Achterbahnfahrt zum Jahreswechsel

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 02. Januar 2018

Schwenningen Wild Wings

Die Wild Wings besiegen den Deutschen Meister München mit 4:2 und blamieren sich 44 Stunden später gegen das DEL-Schlusslicht.

EISHOCKEY. Die Wild Wings schlugen in einem fantastischen Eishockeyspiel vor 6215 Zuschauern in der ausverkauften Helios-Arena den Deutschen Meister Red Bull München mit 4:2 (0:0, 2:1, 2:1) und blamierten sich 44 Stunden später im letzten DEL-Spiel des Jahres 2017 vor erneut vollem Haus mit 1:2 gegen DEL-Schlusslicht Straubing.

Bei den Wild Wings konnte gegen München erstmals wieder Stürmer Mirko Höfflin nach seiner Handoperation mitwirken. Bei den Schwenningern erhielt Marco Wölfl vor der Nummer eins Dustin Strahlmeier den Vorzug. Wölfl gegen Wolf hieß bereits in der zweiten Minute das Duell, als der SERC-Keeper gegen den Münchner Stürmer Michael Wolf retten musste. München machte das Spiel, die Wild Wings verteidigten aber gut. Mitte des zweiten Drittels besaß Nationalstürmer Dominik Kahun eine tolle Einschusschance, Wölfl konnte jedoch abwehren. In der 37. Minute gingen stattdessen die Wild Wings in Führung. Der starke Höfflin zwang Nationalverteidiger Konrad Abeltshauser zu einem Abwehrfehler und Kai Herpich hämmerte den Puck humorlos zu seinem ersten Saisontor in den Winkel. Der Deutsche Meister hatte aber die passende Antwort parat, direkt nach einem Bully überwand Maximilian Kastner Goalie Wölfl zum 1:1.

Eine Zeigerumdrehung später lag Schwenningen aber schon wieder vorne. Höfflin stocherte am kurzen Eck zweimal nach und Goalie aus den Birken ließ die Scheibe passieren. 29 Sekunden waren im letzten Drittel gespielt, da ging der SERC mit 3:1 in Front. Will Acton hatte abgezogen, aus den Birken ließ abprallen und Giliati war im Nachschuss mit seinem zehnten Saisontor erfolgreich. In der 46. Minute gelang den Münchnern der direkte Anschluss. Wölfl lag noch im anderen Eck, als Wolf traf. Vier Minuten vor dem Ende musste dann SERC-Verteidiger Kalle Kaijomaa in die Kühlbox. Der Münchner Trainer Don Jackson nahm auch noch seinen Torwart vom Eis. Die Gäste spielten mit sechs gegen vier. Drei Sekunden vor Schluss traf Will Acton in den leeren Münchner Kasten zum 4:2-Endstand. Auf dem Eis und auf den Rängen gab es danach kein Halten mehr: "Oh wie ist das schön", skandierten die restlos begeisterten Fans.

Doch dem Hoch folgte zwei Tage später gegen den Tabellenletzten Straubing Tigers vor erneut ausverkauftem Haus mit 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) im letzten Spiel des Jahres herbe Ernüchterung. Das erste Drittel war bei den Schwenningern grottenschlecht. Die Straubinger wurden von 700 Fans unterstützt, die per Sonderzug bis Rottweil angereist waren.

Die Tigers-Fans machten Riesenstimmung. Dies auch, weil ihr Team in der ausverkauften Helios-Arena frech aufspielte und zunächst überlegen war. Doch was war nur mit den Schwenninger Kufencracks im ersten Drittel los? Die Gastgeber waren viel zu passiv, waren auch in ihrer Abwehrzone viel zu weit weg vom Gegner. Und nach vorne ging praktisch gar nichts. Der SERC konnte erst nach elf Minuten durch Istvan Bartalis seinen ersten Torschuss verzeichnen. Da hieß es schon 1:0 für Straubing. Die Niederbayern hatten in der neunten Minute in Überzahl zugeschlagen, Jeremy Williams überwand nach Querpass von Michael Connolly Schwenningens Schlussmann Dustin Strahlmeier.

Glück dann für die Wild Wings, dass die Tiger in ihrem zweiten Powerplay durch René Röthke aus kurzer Entfernung den Puck nicht im Tor unterbrachten. Dann ein unrühmlicher Höhepunkt. Der Schwenninger Abwehrspieler Tim Bender schaffte einen Strafen-"Hattrick". Bender musste zum dritten Mal hintereinander in die Kühlbox. Der Tabellenletzte schlug erneut zu, diesmal traf Röthke nach erneutem Zuspiel von Connolly. SERC-Trainer Pat Cortina musste in der Pause die richtigen Worte gefunden haben. Jedenfalls waren die Schwenninger jetzt deutlich aktiver. In der 29. Minute gelang den Wild Wings das 1:2. Bohac hatte geschossen und Kapitän Will Acton beförderte die Scheibe zu seinem 16. Saisontor ins Netz. Die Partie war jetzt extrem schnell und spannend. Die Wild Wings drängten auf den Ausgleich, blieben aber glücklos und unterlagen mit 1:2. Weiter geht es für die Schwenninger Kufencracks bereits heute, am zweiten Tag des Jahres 2018, mit einem Auswärtsspiel in Berlin.