Eishockey

Das Wolfsrudel des EHC Freiburg nimmt schon Konturen an

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

So, 20. Mai 2018 um 12:19 Uhr

EHC Freiburg

Der Sonntag Der EHC Freiburg bastelt bereits eifrig am Kader für die kommende Eishockey-Zweitliga-Saison. Es gibt zwei vielversprechende Neuzugänge.

Der EHC Freiburg spielt ab September seine vierte Saison seit dem Wiederaufstieg in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse und befindet sich mitten in der Planungsphase für die kommende Spielzeit. Zwei vielversprechende Neuzugänge und die Vertragsverlängerungen mit wichtigen Stützen des Teams zeigen: Die Wölfe möchten der Konkurrenz wieder das Fürchten lehren.

Als besonders wichtig dürfte sich die Vertragsverlängerung mit Topscorer Niko Linsenmaier erweisen. Der umworbene Torjäger stellte schon mehrfach klar, für welchen Verein sein Herz schlägt. Seit seiner Jugend schnürt der 24-Jährige für den EHC die Schlittschuhe und zählt zu den effizientesten deutschen Scorern der Liga. Er bleibt fester Bestandteil der ersten Sturmreihe. Die Unterschrift seines Sturmpartners Chris Billich steht allerdings noch aus.

In der Abwehr stehen besonders Alexander Brückmann und Kapitän Philip Rießle für Kontinuität. Brückmann, der mit nur knapp über 1,70 Metern eigentlich als zu klein für die Position des Verteidigers gilt, entstammt ebenfalls der Freiburger Talentschmiede und macht mit Einsatz und technischer Finesse viel von dem wett, was ihm körperlich vermeintlich fehlt. Auch Youngster Daniel Maly, der seine zweite Saison im Erwachsenen-Eishockey bestreitet, bleibt bei den Wölfen.

Ergänzt wird das Trio bislang durch den Tschechen Radek Havel. Der 25-jährige Neuzugang aus der zweithöchsten tschechischen Liga gilt als körperlich agierender Defensivmann mit ausgeprägtem Spielverständnis. Das könnte ihn auch im Spielaufbau zum wesentlichen Faktor machen.

Ebenfalls neu bei den Wölfen ist Torhüter Matthias Nemec, der in der Vorsaison beim SC Riessersee unter Vertrag stand. Der Hauptrundensieger der Vorsaison ist allerdings pleite und versucht den Neustart in der Oberliga. Profiteur sind die Wölfe, die den tschechisch-stämmigen Keeper mit deutschem Pass im Team begrüßen dürfen. Er tritt allerdings ein schweres Erbe an, denn gerade in der entscheidenden Saisonphase war Nemecs Vorgänger Miroslav Hanuljak Freiburgs sicherer Rückhalt.

Im Sturm setzen die Breisgauer bislang auf alte Bekannte: Neben Linsenmaier haben auch Rekordspieler Tobias Kunz sowie die verlässlichen Arbeiter Jannik Herm und Marc Wittfoth ihre Verträge verlängert. Enrico Saccomani ergänzt die alteingesessene Freiburger Sturmriege. Weitere Kandidaten dürften folgen.

Mancari kommt nicht

Gleichzeitig verkündete der Verein, mit einem kanadischen Akteur in Kontakt zu stehen, der bald zu den Wölfen stoßen soll. Die Hoffnung der Anhänger, es könnte sich um Mark Mancari, den wohl stärksten EHC-Spieler der Vorsaison, handeln, wurde jedoch jüngst enttäuscht. Der 32-Jährige unterschrieb beim österreichschen Top-Klub Graz 99ers.

Ebenfalls für einen neuen Arbeitgeber aufs Eis gehen Jakub Babka (Sturm/HC Czeske Budweis) und Jakub Körner (Abwehr/Black Dragons Erfurt). Der Schwenninger Förderlizenzspieler Lennart Palausch verstärkt künftig den EHC Timmendorfer Strand in der Oberliga Nord.

Wie schon seit Jahren bleiben die EHC-Verantwortlichen ihrem Weg treu, setzen auf einen Mannschaftskern aus talentierten Eigengewächsen, ergänzt durch punktuelle Verstärkungen von außen. Klar ist jedoch, dass sie dabei nicht nur auf die Karte, vergleichsweise unbekannte tschechische Talente in den Breisgau zu lotsen, setzten können – wollen sie eine Saison wie die zurückliegende vermeiden, in der der sportliche Abstieg ein ständiger Begleiter war. Die Fühler sind jedenfalls in alle Richtungen ausgestreckt.