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04. Mai 2012

Deutschland will bei der Eishockey-WM das Eis als Sieger verlassen

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit viel Selbstbewusstsein zur WM gereist.

  1. Jubeln – wie hier nach dem WM-Viertelfinale 2010 – möchte die deutsche Mannschaft auch bei der WM in Stockholm und Helsinki. Foto: dpa

STOCKHOLM (sid). An diesem Freitag (12.15 Uhr/Sport 1) startet die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mit dem Auftaktduell gegen Italien in ihr WM-Abenteuer. Die Erfolge der Vergangenheit haben die Spieler selbstbewusst gemacht, aber vor allem Jakob Koelliker hat bei seinem WM-Debüt als Bundestrainer viel vor.

Der Klassenerhalt ist Pflicht, die Olympia-Quali das realistische Ziel, der Titel der offen ausgesprochene Traum: Vor ihrem WM-Auftaktspiel hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Tiefstapelei der vergangenen Jahre abgelegt und ungewohnt forsche Töne angeschlagen. "Wir wollen Weltmeister werden", sagte Jakob Koelliker vor seiner WM-Premiere als Bundestrainer in Stockholm. "Denn wir gehen in jedes Spiel mit dem Ziel, als Sieger das Eis zu verlassen. Italien soll das sofort zu spüren bekommen." Auch Marcel Goc, der als einziger Profi der nordamerikanischen Liga NHL im deutschen WM-Aufgebot am Donnerstag vom Bundestrainer zum Kapitän ernannt wurde, verbreitete Optimismus. "Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Die letzten beiden Jahre waren sehr erfolgreich", sagte der Spieler der Florida Panthers.

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Selbstbewusstsein zu demonstrieren ist sicher keine schlechte Taktik, denn erstmals seit sieben Jahren sind die Eishockey-Nationalspieler bei einem WM-Auftaktspiel favorisiert. "Mit dieser Situation müssen wir fertig werden. Aber wir haben den richtigen Fokus und die richtige Einstellung", sagte der Bundestrainer mit Blick auf das Duell gegen den Aufsteiger. Anders als in den Jahren zuvor würde eine Auftaktniederlage jedoch nicht gleich das wahrscheinliche Vorrunden-Aus bedeuten. Durch die Modusänderung mit zwei Achtergruppen blieben dem Team sechs weitere Chancen, um genügend Punkte für das Viertelfinale zu sammeln. Die weiteren Gruppengegner sind jedoch weitaus stärker einzustufen als Italien: Lettland, Rekordweltmeister Russland, Gastgeber Schweden, Dänemark, Norwegen und Tschechien.

Das Erreichen der K.o.-Runde würde Deutschland genügend Punkte bescheren, um sich über die Weltrangliste direkt für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi zu qualifizieren. "Das ist elementar wichtig für uns", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos. Auch die Chancen, wie schon in den beiden Jahren zuvor unter die besten acht Teams der Welt zu kommen, stehen gut. In der Vorbereitung kassierte der WM-Vierte von 2010 trotz namhafter Gegner wie Russland und Tschechien keine einzige Niederlage in der regulären Spielzeit. Zudem war die Handschrift von Trainer Koelliker zu erkennen. "Wir spielen jetzt im eigenen Drittel wieder Mann gegen Mann statt eine Zonenverteidigung", erklärte Stürmer Felix Schütz: "Die Ergebnisse haben gezeigt, dass wir das System gut umsetzen können." Das Fehlen vieler Leistungsträger könnte sich jedoch als Problem herausstellen. Koelliker sammelte eine Absage nach der anderen, unter anderem werden Kapitän Michael Wolf, die NHL-Profis Dennis Seidenberg, Alexander Sulzer und Christian Ehrhoff sowie die Berliner Meisterspieler Frank Hördler und Constantin Braun nicht auflaufen.

Insgesamt werden die Fans bei der WM nicht viele Stars zu sehen bekommen. Alexander Owetschkin (Russland) und Jaromir Jagr (Tschechien) sind mit ihren Klubs noch in den Play-offs der NHL unterwegs. Kanadas Nationalheld Sidney Crosby sagte seine Teilnahme ab, obwohl er mit den Pittsburgh Penguins in der ersten Runde gescheitert war.

Die Zukunft des deutschen Bundestrainers dürfte trotz auslaufenden Vertrages auch nach dem Turnier in Schweden und Finnland beim DEB liegen, sofern das deutsche Team bei der WM nicht völlig enttäuscht. Eigentlich wollte der Verband den Schweizer schon vor dem Turnier langfristig als Sportdirektor an sich binden, doch er verschob die Verhandlungen. Offen ist, ob der 58-Jährige künftig auch weiter als Bundestrainer arbeitet.

DEr Spielplan

An diesem Freitag beginnt die 76. Eishockey-Weltmeisterschaft. Deutschland bestreitet alle Vorrundenspiele sowie ein mögliches Viertelfinale in Stockholm. Der TV-Sender Sport 1 überträgt alle deutschen Spiele live. Die deutschen Vorrundengegner im Überblick:
4. Mai: Deutschland – Italien (12.15 Uhr); 6. Mai: Deutschland – Lettland (20.15 Uhr); 8. Mai: Deutschland – Russland (20.15 Uhr); 9. Mai: Deutschland – Schweden (20.15 Uhr); 12. Mai: Deutschland – Dänemark (16.15 Uhr); 13. Mai: Deutschland – Norwegen (20.15 Uhr); 15. Mai: Deutschland – Tschechien (16.15 Uhr); 17. Mai: mögliches Viertelfinale (14.45 oder 20.15 Uhr).  

Autor: dpa

Autor: sid