Die leise Hoffnung auf die Endrunde

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Fr, 09. Februar 2018

EHC Freiburg

Gelingt dem EHC Freiburg der Klassenerhalt womöglich ohne den Gang in die Playdowns?.

EISHOCKEY. Was geht noch beim EHC Freiburg? Dank dreier Siege in Folge und einer knappen Niederlage nach starker Leistung beim Tabellenführer Bietigheim hat das Wolfsrudel von der Ensisheimer Straße offenbar wieder Selbstbewusstsein getankt. Das Ziel, die Abstiegsrunde zu umgehen und die Klasse direkt zu halten, ist bei noch acht verbleibenden Partien noch immer weit entfernt – aber nicht gänzlich abwegig. Auch die Mannschaft glaubt an die Minimalchance.

Vier spannende Wochen liegen vor den Zweitliga-Puckjägern des EHC Freiburg und ihren Anhängern. So lange dauert die Hauptrunde in der DEL 2 nämlich noch – und was noch vor 14 Tagen fast undenkbar schien, scheint inzwischen nicht mehr unmöglich. Nachdem die Breisgauer neun Punkte aus den zurückliegenden vier Partien ergattern konnten und sich mit starken Leistungen aus einem zwischenzeitlichen Formtief befreiten (acht Niederlagen aus neun Spielen), ist der Griff nach dem zehnten Tabellenplatz nicht mehr unrealistisch. Dieser würde zur Teilnahme an den Pre-Playoffs, der Vorausscheidung für die Meisterschafts-Endrunde, berechtigen und wäre folglich gleichbedeutend mit dem direkten Klassenerhalt. Diesen gaben die Wölfe bereits vor dem ersten Spieltag als Saisonziel an – im Optimalfall ohne den Umweg über die nervenaufreibende Abstiegsrunde.

Sieben Zähler beträgt der Rückstand auf die Heilbronner Falken, die den rettenden zehnten Rang belegen, derzeit – bei noch acht ausstehenden Begegnungen für die Wölfe, die bereits eine Partie mehr als die direkten Konkurrenten bestritten haben. Dass auch die Mannschaft das Ziel Pre-Playoffs noch lange nicht ad acta gelegt hat, stellt auch Angreifer Mark Mancari klar: "Wir haben unser Spiel in den zurückliegenden vier Partien taktisch und kämpferisch sehr gut aufgezogen und waren damit sehr erfolgreich", so der schussgewaltige Ex-NHL-Crack. Das erklärte Ziel sei weiterhin Platz zehn. Solange dieser rechnerisch noch zu erreichen sei, arbeite die Mannschaft darauf hin.

Auch Kapitän Philip Rießle weiß: "Playdowns sind die Hölle." Für den Leitwolf hat die mögliche Teilnahme an der Endrunde einen zusätzlichen Reiz, denn er verpasste die zurückliegenden Playoffs aufgrund einer schweren Gesichtsverletzung, die er sich im letzten Hauptrundenspiel zugezogen hatte.

Aber selbst wenn es mit dem Erreichen von Platz zehn nichts werden sollte: Gute Leistungen und Ergebnisse einzufahren ist gerade vor der entscheidenden Saisonphase, den Playoffs und Playdowns, von großer Bedeutung. Noch können die Mannschaften Selbstbewusstsein tanken und bei Bedarf an der Taktik feilen. Denn wenn am 6. März die heiße Phase der Saison (Auftakt der Pre-Playoffs) beginnt, gilt es für Spieler wie Trainer, die eigene Höchstleistung kompromisslos abzurufen. Was in den vorangegangenen 52 Spielen war, zählt dann nicht mehr. Auf der Zielgeraden der Hauptrunde ist der EHC allerdings auf Schützenhilfe angewiesen, denn zu einem Duell mit einem direkten Konkurrenten kommt es bis zur Endrunde nicht mehr.

In der Vorsaison waren die Wölfe sensationell als Siebtplatzierter in die Playoff-Vorausschidung eingezogen. Befreit konnten die Breisgauer aufspielen und zwangen in drei Spielen die nominell ungleich stärker besetzten Ravensburg Towerstars in die Knie. Erst im Viertelfinale gegen den späteren Meister aus Frankfurt war Schluss. Die Best-of-seven-Serie endete 0:4 aus Freiburger Sicht. Aber auch in den Playdowns kennen sich die Breisgauer aus. In ihrer ersten DEL-2-Saison nach dem Wiederaufstieg 2015/16 bekamen sie es hier mit dem ESV Kaufbeuren zu tun, den sie in einer dramatischen Serie über sieben Spiele schlussendlich mit einem 6:4-Erfolg niederringen konnten und sich so den Ligaverbleib sicherten.