"Die Schwenninger Fans werden uns tragen"

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Fr, 09. März 2018

Schwenningen Wild Wings

Trainer Cortina lobt nach dem 3:4 in Wolfsburg die Cleverness der Wild Wings, will heute den Ausgleich und am Sonntag gewinnen.

EISHOCKEY. Die Wild Wings haben zwar ihr erstes Pre-Playoff-Spiel gegen Wolfsburg in der VW-Stadt mit 3:4 in der Verlängerung verloren, sind aber weiter zuversichtlich. Heute, Freitag, 19.30 Uhr, soll die Serie "Best of three" ausgeglichen und am Sonntag, 15 Uhr, in Wolfsburg gewonnen werden. "Das Spiel am Mittwoch war eine gute Erfahrung. Es war ein harter Kampf und wir haben insgesamt gut gespielt", so der Schwenninger Trainer Pat Cortina. "Meine Mannschaft ist clever und hat ihre Lehren gezogen." Die Wolfsburger seien etwas zu leicht direkt vor das Schwenninger Tor gekommen, "das werden wir künftig verhindern, wir werden vor unserem eigenen Kasten aufräumen."

Heute nur zwei Fans aus Wolfsburg in Schwenningen?

Die Wolfsburger Tore fielen alle aus kurzer Entfernung, teils abgefälscht, teils per Nachschuss. Die Wild Wings waren den Grizzlys aber ebenbürtig. "Vielleicht waren wir im ersten Drittel einen Tick zu nervös", blickt Marc El-Sayed zurück. Der 27-jährige Stürmer hatte in seinem 400. DEL-Spiel sein erstes Saisontor für die Wild Wings erzielt, als er einen Schuss von Tobias Wörle unhaltbar zum 3:3 ablenkte (57.). Simon Danner war in der 16. Minute der etwas schmeichelhafte Ausgleichstreffer für die Schwenninger gelungen.

Will Acton hatte nach Zuspiel des starken Andrée Hult den SERC nach 16 Sekunden im zweiten Drittel in Front gebracht. Doch die Wolfsburger drehten das Spiel. Stephen Dixon markierte schließlich in der 72. Minute das Siegtor für die Grizzlys. Die Schiedsrichter schauten sich quälend lange fünf Minuten den Videobeweis an, bevor sie den Treffer gaben. Dixon schien vor dem Treffer den Stock zu hoch gehalten zu haben. Doch dem war nicht so, wie die Referees erkannten. "Die Schiedsrichter haben sich extra viel Zeit genommen, um diese wichtige Situation zu entscheiden. Daran gibt es nichts zu kritisieren", so El-Sayed. Die Grizzlys Wolfsburg führen jetzt mit 1:0 in der Serie "Best of three". Die Schwenninger kamen am Donnerstagmorgen um 6.30 Uhr mit dem Bus an der Helios-Arena an. Am Nachmittag gab es freiwilliges Training und Videostudium. "Ich fühle mich wie überfahren. Aber das ist normal nach so einem Spiel mit so langer Fahrt, morgen bin ich wieder fit", so Stürmer Uli Maurer, der alleine eine Runde im Schwenninger Moos drehte. "Die Niederlage müssen wir schnell vergessen. Der Freitag zählt, da wollen wir mit unseren Fans im Rücken ausgleichen", so Maurer. Gestern kamen noch einmal 100 Stehplatztickets aus Wolfsburg zurück. "Ganze zwei Fans aus Wolfsburg wollten für das Spiel am Freitag Karten", so Wild-Wings-Pressesprecher Oliver Bauer. Am Mittwoch waren in Wolfsburg 150 Schwenninger unter den nur 2023 Zuschauern. Das Team von Grizzlys-Trainer Pavel Gross wird heute also praktisch keine Unterstützung von den Rängen erhalten. "Die Fans werden uns tragen", so Stürmer El-Sayed, "trotzdem wird es wichtig sein, dass wir unsere Emotionen kontrollieren." Die Wolfsburger flogen bereits am Donnerstag von Hannover nach Stuttgart. Aller Voraussicht nach werden sie in derselben Aufstellung wie am Mittwoch antreten.

Dies könnte auch bei Schwenningen der Fall sein. Allerdings ist Verteidiger Dominik Bittner nach einem Check angeschlagen, für ihn könnte Lennart Palausch ins Team rücken. Istvan Bartalis und Mirko Sacher sind verletzt, Kai Herpich weiterhin krank. Den Schwenninger Kasten wird auch heute Dustin Strahlmeier hüten. Verlieren die Wild Wings heute, ist für sie die Saison beendet, Wolfsburg würde ins Playoff-Viertelfinale gegen den EHC Red Bull München einziehen. Gewinnt Schwenningen, gibt es am Sonntag, 15 Uhr, das entscheidende Spiel. Die Wild Wings würden dann am Samstag gegen 10 Uhr per Bus direkt nach Wolfsburg fahren.