Eishockey

Die Wölfe Freiburg geraten in den Abstiegsstrudel

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

So, 18. März 2018 um 12:22 Uhr

EHC Freiburg

Der Sonntag In der Abstiegsrunden-Serie der DEL2 liegt der EHC Freiburg gegen Bad Tölz mit 0:2 hinten. Am Sonntag kann der EHC allerdings auf eigenem Eis den Anschluss herstellen.

Der EHC Freiburg liegt in der Abstiegsrunde der DEL 2 mit 0:2 gegen die Tölzer Löwen hinten. Nach einer 0:3-Niederlage vor heimischer Kulisse und einem 2:5 bei den Oberbayern stehen die Wölfe unter Druck. Heute steigt Spiel drei in der Freiburger Franz-Siegel-Halle.


Die Luft wird schon jetzt dünn für den EHC Freiburg – denn in der laufenden Playdown-Serie gegen den Oberliga-Aufsteiger aus Bad Tölz liegen die Breisgauer nach zwei Spielen mit 0:2 zurück – wer vier Spiele verliert, unterliegt auch in der Serie und muss in die alles entscheidende zweite Playdown-Runde, in der es endgültig um Abstieg oder Ligaverbleib geht.



Die beiden zurückliegenden Partien gegen die Löwen liefen für die Mannschaft von Trainer Leos Sulak alles andere als nach Plan. Zum Rundenauftakt vor heimischer Kulisse begannen die Wölfe gut, ließen mit zunehmender Spieldauer aber kontinuierlich nach und kassierten im Schlussdrittel schließlich drei Gegentore, während sie selbst ohne Treffer blieben.

Die Torflaute konnten sie im Gastspiel bei den Löwen vorgestern Abend zwar beenden. Im desolaten zweiten Spielabschnitt ließen die Freiburger allerdings alles vermissen, was eine Mannschaft im Abstiegskampf braucht. Schwach in den Zweikämpfen und der Raumaufteilung, fast immer einen Schritt zu spät, kassierten die Wölfe erneut drei Treffer in einem Drittel. Zwei davon bei eigener Überzahl binnen zweieinhalb Minuten. Nach vorne setzten die Freiburger dabei nur wenige Impulse, während die Bayern effizient und geradlinig das Spiel machten.

Neu ist das Problem mit dem Toreschießen an der Ensisheimer Straße indes nicht. Bei den Wölfen hapert es schon während der gesamten Saison im Angriff. Da hilft es auch nicht, dass sich in den Nordamerikanern Ben Walker und Mark Mancari zwei der besten Offensivspieler der Wölfe schwer verletzt haben und ihren Verein nicht mehr unterstützen können. Besonders der Kanadier Mancari fehlt an allen Ecken und Enden. Der Allrounder sorgte mit seiner Übersicht und seinem überragenden Distanzschuss stets für Gefahr und avancierte seit seinem Wechsel nach Freiburg zum besten Scorer der Wölfe. Seit seiner Verletzung stottert der Offensivmotor der Freiburger.

Zu wenige Scheiben bringen die Wölfe aufs Tor. Zu selten schaffen es die Stürmer, einen Abpraller zu verwerten oder dem Torhüter entscheidend die Sicht zu versperren. In den Playoffs und Playdowns, in denen es noch stärker auf Tugenden wie harte Arbeit und schnörkelloses Eishockey ankommt, lässt sich so nur wenig holen.

Radek Duda spielte glücklos

Auffällig im Freiburger Angriffsspiel: Nur ganz selten scheint ein einzelner Spieler wirklich die Initiative zu ergreifen und das Spiel an sich reißen zu wollen. Ansätze zeigte im zweiten Spiel Tobias Kunz, der sich mehrmals ein Herz fasste und auch den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte. Dennoch: Zu selten kamen der Mann mit der Nummer 22 und seine Kollegen zu gefährlichen Chancen. Manche Spieler erlebten sogar den Totalausfall, wie der glücklose Radek Duda.

Nicht zuletzt tat sich der EHC in dieser Saison gegen vermeintliche Gegner auf Augenhöhe stets schwer, während gegen Favoriten aus der oberen Tabellenregion regelmäßig gepunktet wurde. Dies spiegelt sich nun auch in der Serie gegen die unangenehmen und körperlich äußerst robust auftretenden Löwen wider.

Noch ist aber nichts verloren für die Wölfe aus dem Breisgau. Erst wenn eine der Mannschaften vier Partien für sich entschieden hat, ist die Best-of-seven-Serie vorbei. Allerdings gilt es für den EHC, schnellstens in den Playdown-Modus zu schalten, um am Ende die Chance auf den frühzeitigen Klassenerhalt zu wahren – ohne den nervenaufreibenden Umweg über die zweite Runde. Die Gelegenheit, in der Serie auf 1:2 zu verkürzen, bietet sich bereits am heutigen Sonntagabend. Um 18.30 Uhr beginnt Spiel drei zwischen Wölfen und Löwen in der Freiburger Franz-Siegel-Halle.

Über mögliche Ausfälle und die Frage, welche Förderlizenzspieler vom Kooperationspartner aus Schwenningen den EHC unterstützen, schweigt man an der Ensisheimer Straße. Zuletzt fehlten neben den langzeitverletzten Walker und Mancari die angeschlagenen Lutz Kästle und Julian Airich.