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07. Februar 2012
Die zwei Gesichter der Wild Wings
Nach Heimpleite gegen Riessersee Sieg beim Spitzenreiter / SERC-Trainer Rumrich liebäugelt mit Managerposten in Landshut.
EISHOCKEY. Die gegen Aufsteiger Riessersee verlorenen Punkte holten sich die Schwenninger Wild Wings am Sonntag mit dem 2:1-Sieg nach Verlängerung bei Tabellenführer Landshut schnell zurück. Doch trotz der raschen Wiedergutmachung gibt es Unruhe beim Eishockey-Zweitligisten vom Neckarquell: SERC-Trainer Jürgen Rumrich wird womöglich zum Saisonende Eishockey-Manager beim EV Landshut.
"Es war wichtig, dass wir mit drei Punkten aus dem Wochenende rausgegangen sind", erkannte Rumrich nach dem Sieg in Landshut. "Wenn man sieht, wie viele Strafen wir durch den Schiedsrichter, der wenig Fingerspitzengefühl zeigte, gekriegt haben, hätten wir in Landshut auch verlieren können", so SERC-Manager Wagner. Schiedsrichter Florian Zehetleitner gab Brock Hooton eine Spieldauerdisziplinarstrafe und eine Zehnminutenstrafe, "Zehner" bekamen außerdem Dominik Quinlan, Pierre-Luc Sleigher und Adam Borzecki aufgebrummt. Für Wagner waren diese Strafen "allesamt fragwürdig". SERC-Trainer Jürgen Rumrich meinte hingegen: "Der Schiedsrichter hat ja auch Landshuter rausgestellt und war, wenn einer gemeckert hat, sehr konsequent." Gegen Aufsteiger Riessersee hatte Schwenningen klar mehr Spielanteile und verlor, gegen Spitzenreiter Landshut war es andersherum, aber der SERC siegte.Werbung
SERC-Verteidiger Rob Sandrock hatte sich gegen Riessersee wieder mal in der Defensivarbeit einen Patzer erlaubt und den Ausgleich des SC Riessersee eingeleitet. Der Schuss von Brock Sheahan war allerdings durchaus haltbar, SERC-Torwart Sinisa Martinovic gab keine gute Figur ab. Den Ausrutscher nahm Manager Wagner dem 33-jährigen Verteidiger nicht sonderlich krumm. "Wir wussten, als wir Sandrock verpflichteten, dass er in der Defensive auch mal Wackler drin hat. Wir haben ihn als Offensivverteidiger geholt und da hätten wir uns natürlich keine Bilanz von elf Spielen und null Toren, sondern schon ein paar Treffer erwartet." Wagner fordert unumwunden, dass der Kanadier, der am 1. Januar von Medvescak Zagreb an den Neckarursprung kam, sich steigern muss. "Er hadert auch mit sich selbst", weiß der Manager. Dabei verfügt Sandrock zweifellos über einen sehr guten Schuss.
Die Wild Wings müssen am kommenden Wochenende nur ein Spiel bestreiten, nämlich am Sonntag zu Hause gegen die Hannover Indians. Torwart Mathias Lange ist in seine Heimat nach Klagenfurt gereist und hat sich dort ärztlich untersuchen lassen. Unterdessen zeichnet sich ab, dass Jürgen Rumrich in der kommenden Saison nicht mehr Trainer bei den Schwenninger Wild Wings sein wird und als Nachfolger von Manager Bernd Truntschka bei den Landshut Cannibals anheuert. Rumrich hatte bereits zu seinem Amtsantritt am 18. Oktober 2011 in Schwenningen betont, dass ihn die Bereiche Marketing und Finanzen interessieren und er auf diesem Gebiet Kompetenzen vorweist.
Der Sportfachwirt hatte schließlich auch schon beim DEL-Klub Straubing Tigers nicht nur als Trainer, sondern auch als kaufmännischer Leiter gearbeitet. "Noch ist nichts fix, ich konzentriere mich ganz auf meine Aufgabe in Schwenningen", so der 43-Jährige gestern, "wenn es etwas zu melden gibt, werde ich es tun". In Landshut lebt Rumrichs Familie und mit dem möglichen neuen Investor bei den Cannibals, Rainer Beck, ist der aktuelle SERC-Trainer sehr gut bekannt. Brisant könnte der mögliche Wechsel werden, wenn die Wild Wings und die Cannibals in der Playoff-Runde und vielleicht sogar im Zweitliga-Finale aufeinander treffen.
Autor: Heinz Wittmann
