Playdowns

EHC Freiburg gewinnt in Bad Tölz die längste Overtime seiner Clubgeschichte

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Di, 20. März 2018 um 23:07 Uhr

EHC Freiburg

Spannung in den Playdowns: In der Best-of-seven-Serie gleicht der EHC Freiburg nach einem 4:3-Erfolg über Bad Tölz aus. Dabei standen die Wölfe solange auf dem Eis wie nie zuvor. Das nächste Heimspiel ist am kommenden Freitag.

Ein Playdown-Match gleich einem Marathon haben sich der EHC Freiburg und die Tölzer Löwen geliefert, in Spiel vier der Best-of-seven-Serie – mit dem besseren Ende für die Wölfe. Beim Gastspiel in Oberbayern brauchte es sage und schreibe 93 Minuten, bis die Breisgauer die Partie in der zweiten Verlängerung im Sudden-Death mit 4:3 für sich entschieden und in der Serie zum 2:2 ausglichen.

Mit dem wieder genesenen Julian Airich , dafür aber weiterhin ohne Verteidiger Lutz Kästle, reisten die Wölfe zum vierten Aufeinandertreffen der Best-of-seven-Serie gegen den EC Bad Tölz. Die Hausherren begannen druckvoll. Wie gewohnt versuchten die Löwen, über ihr starkes Zwei-Mann-Forechecking Fehler zu provozieren. Und tatsächlich taten sich die Wölfe schwer, einen geordneten Spielaufbau zustande zu bringen. Die zu diesem Zeitpunkt verdienten Tölzer Führung erzielte Andreas Schwarz, der sich über eine starken Einzelaktion vor dem Freiburger Tor auftauchte und aus kürzester Distanz einschießen konnte (12.).

Die Verunsicherung der Wölfe war spürbar. Beinahe hätte Alexander Brückmann bei eigener Überzahl das zweite Gegentor verschuldet (13.). Erst ein weiteres Powerplay zu Gunsten der Wölfe sorgte dafür, dass sich das Blatt wendete: Niko Linsenmaier fand den an der Grundlinie lauernden Tobias Kunz, der sich nicht zweimal bitten ließ und ausglich (19.).

Auch im zweiten Abschnitt waren die Gastgeber das aktivere Team. Die Wölfe traten hingegen so auf, wie man es in einem Auswärtsspiel erwartet. In der Spielanlage recht defensiv ausgerichtet, setzten sie auf ihr schnelles Umschaltspiel. Den Unterschied machten in diesem Abschnitt allerdings die Specialteams. Während die Raubkatzen, wie schon in den Spielen zuvor, das Körperspiel suchten und manche Strafe in Kauf nahmen, präsentierten sich die Breisgauer disziplinierter und setzten im Powerplay Akzente. So kam es auch, dass Jakub Babka während eines Powerplays im Slot zum Schuss kam und die Wölfe mit 2:1 in Front brachte (28.).

EHC verspielt 2-Tore-Vorsprung

Die Löwen mussten im Schlussdrittel mehr riskieren. Dies nutzte Babka mit seinem zweiten Treffer zum 3:1. Die Messe schien gelesen – bis sich die Wölfe einen folgenschweren Wechselfehler erlaubten. Johannes Sedlmayr verkürzte unbedrängt auf 2:3. Das Momentum schlug zu Gunsten der Gastgeber um – und tatsächlich traf Christian Kolacny keine zwei Minuten später zum Ausgleich (55.). Die Entscheidung musste in der Overtime fallen. Hier kamen beide Teams zu Gelegenheiten, wenngleich die Schritte merklich schwerer wurden.

Herms Gamewinner erlöst die Wölfe

Die Partie lebte nun von der Spannung. Spielerisch kam, der zunehmenden Erschöpfung geschuldet, nicht mehr viel. In der 13. Minute der zweiten Verlängerung war es schließlich Jannik Herm, der den EHC mit dem entscheidenden Treffer erlöste und in der Serie auf 2:2 stellte. Mit 93 Minuten Spielzeit war es die längste Overtime in der Vereinsgeschichte des EHC. Der bisherige Rekord ist ziemlich genau ein Jahr alt: Damals gewann der EHC ebenfalls auswärts sein Pre-Playoff-Spiel in Ravensburg mit 5:4 (Video).

Am Freitag geht es weiter

Spiel 5 der Best-of-7-Serie findet am Freitag, 23. März, um 19:30 in Freiburg statt. In der zweiten Play-Down-Serie zwischen den Lausitzer Füchsen und den Bayreuth Tigers steht es ebenfalls 2:2 in der Serie, nachdem Bayreuth am Dienstagabend auf eigenem Eis mit 1:2 unterlag.
Bad Tölz – Freiburg 3:4 n.V. (1:1, 0:1, 2:1, 0:0, 0:1)

Tore: 1:0 Schwarz (12.), 1:1 Kunz (20.), 1:2 Babka (29.), 1:3 Babka (50.), 2:3 Sedlmayr (54.) 3:3 Kolacny (55.), 3:4 Herm (93.). Strafen: Bad T. 14, Freiburg 10. Zusch.: 2399.