BZ-Interview

EHC-Freiburg-Stürmer Jannik Herm: "Wir wollten den Sieg"

Oliver Huber

Von Oliver Huber

Mi, 21. März 2018 um 12:36 Uhr

EHC Freiburg

Er war der Held des Abends: In der 93. Minute macht EHC-Stürmer Jannik Herm in Bad Tölz das entscheidende Tor. Wie er die letzten Minuten erlebt hat und was der Sieg fürs Team bedeutet, im Interview.

In der Best-of-seven-Serie hat der EHC Freiburg mit 4:3 in Bad Tölz gewonnen. Für die Wölfe konnte Stürmer Jannik Herm die Entscheidung in der zweiten Verlängerung des Playdown-Spiels erzwingen. Wir sprachen mit dem 26-Jährigen.

BZ: Wie haben Sie die letzten Minuten des Spiels erlebt?
Jannik Herm: Da willst Du nur noch, dass jemand von uns das Tor schießt und dass es zu Ende ist. Wir haben mit drei Reihen gespielt, schnell gewechselt. Die Beine waren schon zu. Letztlich haben wir uns gefreut, als das Tor gefallen ist und wir den Sieg geholt haben.

BZ: Gingen Ihnen langsam die Kräfte aus?
Herm: Du merkt es schon, wenn Du quasi noch zwei Drittel mehr zu spielen hast. Das ist schon ein Unterschied. Es war für uns was ganz Neues. Wir haben so etwas noch nie erlebt, dass wir so lange gespielt haben. Mental waren wir gut drauf.



BZ: Was wird in der Pause zur Spielverlängerung in der Kabine gesprochen?
Herm: Wir sind sehr auf das Spiel konzentriert. Wir pushen uns, helfen uns und sagen uns, dass es gut ausgeht. Wir haben an den Erfolg geglaubt und wollten den Sieg.

BZ: Wie ist das Tor gelungen?
Herm: Ich habe gesehen, dass Jakub Körner tief stand und die Scheibe von der Bande hoch zu Jakub Babka gespielt hat. Babka hat dann mit einer Direktabnahme aufs Tor gezielt. Ich habe die Scheibe zunächst abgefälscht, dann ist sie vom Torwart zurück zu mir auf den Schläger. Dann ist nochmal Radek Duda reingefahren und der Torwart hat wohl gedacht, dass die Scheibe bei Duda ist und schaut zu ihm. In dem Moment ist die rechte Seite frei und ich mach sie mit der Rückhand rein. Es war ziemlich eng. Die beiden Abwehrspieler von Tölz waren sich nicht einig, haben auf die andere Seite geschaut und wussten zwischenzeitlich nicht, wo die Scheibe ist. Zum Glück konnte ich die Scheibe verwandeln.

BZ: War es das wichtigste Tor in Deiner Karriere?
Herm: Schwer zu sagen. Das Tor ist schon wichtig – auch für uns als Mannschaft. Für Freitag können wir uns nun noch mehr pushen. Wir wollen noch einmal richtig Gas geben und den Matchball holen. Zwar soll man in den Playdowns jedes Spiel schnell vergessen, ein Sieg schafft aber trotzdem mehr Selbstvertrauen.