Ein Ausrufzeichen zur rechten Zeit

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mo, 29. Januar 2018

Schwenningen Wild Wings

Schwenninger Wild Wings gewinnen Heimspiel gegen Augsburg mit 3:1 und beweisen Nervenstärke im Kampf um die Playoff-Plätze.

EISHOCKEY. Nach dem wichtigen 3:1-Heimsieg in der DEL gegen die Augsburger Panther ist man sich bei den Schwenninger Wild Wings sicher: Die Mannschaft ist für das finale und knallharte Rennen um die Playoff-Plätze gerüstet. Die Wild Wings lagen vor dem heutigen Spiel in Ingolstadt (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) mit 67 Zählern auf dem neunten Platz und sind punktgleich mit dem Sechsten Wolfsburg.

"Bei diesem Spiel war schon Playoff-Mentalität gefragt. Wir haben die Aufgabe gut bewältigt, wir haben bewiesen, dass wir für die entscheidende Saisonphase bereit sind", sagte Dominik Bittner nach dem Erfolg gegen Augsburg. "Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir in diesen wichtigen Partien um die Playoff-Teilnahme bestehen können", ergänzte Trainer Pat Cortina. Der Sieg war eminent wichtig für die Moral. "Klar sollten wir uns in erster Linie auf unser Spiel konzentrieren. Aber ich schaue auch auf die Tabelle und da liegt mein Fokus auf dem, was maximal noch möglich ist, und das ist Platz vier", sagte Bittner. Rang vier würde nicht nur die direkte Viertelfinalteilnahme, sondern auch Heimrecht im ersten Spiel bedeuten. "Drei unserer fünf noch ausstehenden Partien sind Heimspiele. Da ist für uns noch viel drin, auch wenn alles erst nach der Olympiapause entschieden wird", so Bittner.

Die Wild Wings haben im letzten Spiel vor der Olympiapause die Eisbären Berlin zu Gast. Nach der Pause haben die Schwäne am Mittwoch, 28. Februar, im Derby gegen Mannheim Heimrecht und gastieren am Freitag, 2. März, in Iserlohn, bevor sie am Sonntag, 4. März, zum Abschluss noch auf die Grizzlys Wolfsburg treffen.

Auffallend war im Spiel gegen Augsburg, wie konzentriert die Wild Wings in die Partie starteten, obwohl die Fans in den ersten fünf Minuten keine Stimmung machten, um gegen die Zerstückelung der Spieltage zu protestieren. "Manager Jürgen Rumrich hatte uns unterrichtet, dass die ersten fünf Minuten keine Anfeuerung von den Fans kommen wird, dass dies aber nicht gegen uns geht", soVBittner. "Deshalb waren wir noch einmal extra heiß, unsere Fans trotzdem in den ersten fünf Minuten zum Jubeln zu zwingen, was ja dann auch gut geklappt hat."

Damien Fleury markierte nach nur 54 Sekunden nach Vorarbeit von Bittner das 1:0. In der 37. Minute legte Stefano Giliati mit einem Traumtor nach, bei dem er genial abbremste und dann nach einer Drehung den Puck in den Winkel zimmerte. "Uns war die Bedeutung dieser Partie bewusst, entsprechend sind wir aufgetreten", sagte Giliati. Mit dem 3:0 durch Markus Poukkula im letzten Drittel war die Begegnung entschieden.

"Die Schwenninger waren frischer als wir, bei uns war es das vierte Spiel innerhalb von sieben Tagen, da hat der allerletzte Zentimeter gefehlt", erklärte Augsburgs Coach Mike Stewart. Am Freitag waren die Schwenninger nicht auf dem Eis, sie betrieben vielmehr Videostudium und machten Trockentraining. Wild-Wings-Torhüter Dustin Strahlmeier ärgerte sich übrigens heftig darüber, dass er in letzter Minute gegen Augsburg doch noch ein Tor kassierte. So wurde es auch im 39. Saisonspiel nichts mit einem "Shut-out", einem Spiel ohne Gegentor. Strahlmeier ärgerte sich darüber so sehr, dass Pressesprecher Oliver Bauer die Medien darum bat, den Keeper nach der Partie erst einmal in Ruhe zu lassen.