Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Fr, 29. Dezember 2017

Regionalsport Freiburg

2017 war für den EHC Freiburg nicht einfach – obwohl, oder gerade weil, eine bärenstarke Saison hinter dem Team liegt.

EISHOCKEY. Auf und Ab für die Eishockey-Cracks: Beim Zweitligisten EHC Freiburg war das Jahr 2017 eines, dem es weder an Höhen noch an Tiefen mangelte.

Alles begann mit einer 4:5-Niederlage gegen den späteren Meister Löwen Frankfurt. Radek Duda wurde zum Spieler des Monats Dezember gekürt und wiederholte dieses Kunststück im Januar. Mit starken Leistungen verschafften sich die Wölfe derweil eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt.

Am 26. Februar war es dann soweit: Der EHC Freiburg hatte den Ligaverbleib vorzeitig klargemacht. Doch damit nicht genug: Er schloss die Hauptrunde auf dem siebten Tabellenplatz ab und qualifizierte sich für die Pre-Playoffs. Dort schlug er Ravensburg, zog in die Playoffs ein – und das ohne Kapitän Philip Rießle, der im letzten Hauptrundenspiel von einem Puck im Gesicht getroffen wurde und sich den Kiefer brach. Im Viertelfinale war gegen Frankfurt dann Schluss. Dennoch war die Saison 2016/17 ein Erfolg, wie ihn das Freiburger Eishockey lange nicht erlebt hatte. Auch einen Titel gab es zu feiern: Der EHC erhielt den Fair-Play-Preis.

Auch zwischen den Spielzeiten tat sich einiges an der Ensisheimer Straße: Verträge wurden verlängert, langjährige EHC-Cracks wie Rießle, Chris Billich und Jannik Herm hielten dem Klub die Treue. Andere verließen den Verein: DEL-2-Rekordspieler Tobias Bräuner beendete seine Karriere – ebenso Abwehrchef Marton Vas. Publikumslieblinge wie Milos Vavrusa und Petr Haluza gingen. Ebenso hatte es Edeltechniker Duda geplant, eher er doch für ein weiteres Jahr unterschrieb.

Kampferprobte Recken wie Torhüter Miro Hanuljak, Jakub Körner und Ben Walker stießen zum EHC. Auch Verteidiger Jannik Woidtke und Stürmer Roman Tomanek kamen, setzten sich aber nicht durch und verließen den Verein bald wieder. Brisanz barg indes die Personalie Niko Linsenmaier, Ur-Freiburger und bester deutscher Angreifer der Liga. Sein Wechsel zu den Krefeld Pinguinen in die DEL war bereits besiegelt, da verletzte sich der Torgarant in der Saisonvorbereitung. Um Spielpraxis zu sammeln wurde er auf Leihbasis zurück in den Breisgau geschickt – und ließ den Deal mit Krefeld schließlich platzen.

Neuer Kader, neue Trikots, gleiche Ausgangssituation: "Das Ziel ist der Klassenerhalt", lautete die klare Ansage von Trainer Leos Sulak zu Beginn der neuen Saison. Klar war aber auch, dass man den EHC nun am jüngsten Erfolg messen würde. Nach einer mäßigen Saisonvorbereitung starteten die Wölfe mit einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen die Bayreuth Tigers in die neue Spielzeit. Doch es holperte hinten und vorne bei den Breisgauern. Verschenkte Punkte, eine zum Teil fahrlässige Chancenverwertung und Spieler, die ihrer Form hinterherliefen: Das alles sorgte für Frust. In sozialen Netzwerken wurden bereits Untergangsszenarien diskutiert. Zu allem Überfluss schlug auch das Verletzungspech mit voller Härte zu. Die beiden Torjäger Walker (nun erneut angeschlagen) und Marc Wittfoth fielen monatelang aus. Im Heimspiel gegen Frankfurt zog sich zudem Verteidiger Gabriel Federolf eine schwere Oberkörperverletzung zu.

Erst nach und nach fingen sich die Wölfe, wozu auch die während der Saison verpflichteten Kontingentspieler Jakub Babka und Mark Mancari beitrugen – Letzterer ist nun der effektivste EHC-Akteur. Vor dem Spiel am Donnerstagabend gegen Bad Tölz setzte es vier Heimniederlagen in Folge, die zurückliegenden vier Auswärtsspiele wurden indes gewonnen.