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28. Januar 2012 16:31 Uhr
EHC Freiburg
Freiburger Arbeitssieg im Spitzenspiel
Der EHC Freiburg hat auch sein 16. Regionalligaspiel gewonnen. Das Spitzenduell in Stuttgart entschied der Tabellenführer in einer nervenaufreibenden Partie mit 6:3 für sich.
Vergangene Woche war der EHC Freiburg im Duell mit den Rhein-Neckar Stars mit einem blauen Auge davongekommen. Am Freitagabend holten sich die Südbadener nun ein richtig dickes Veilchen in der Landeshauptstadt ab. Obwohl am Ende ein vermeintlich klarer Sieg zu Buche stand, stand der Tabellenführer beim Titelverteidiger nach zwei Dritteln noch unmittelbar vor seiner ersten Saisonniederlage.
40 Minuten lang ließen die Südbadener ihre Erfolgsrezepte vermissen: Der läuferische Einsatz fehlte, anstatt die technischen Fähigkeiten im gepflegten Zusammenspiel auszunutzen, verrannte man sich in misslungenen Einzelaktionen, unkonzentriert wurden zahlreiche Fehler im Aufbauspiel begangen wie auch im Zweikampfverhalten. Dazu gesellte sich noch eine erschreckend schwache Bullybilanz.
Sicherlich musste der EHC auf zahlreiche Stammspieler verzichten, doch auch Stuttgart hatte Ausfälle zu verzeichnen. So hielt sich dieser Faktor im Spitzenduell die Waage. Die Rebels, ihres Zeichens aktuell Tabellenzweiter, lieferten zwar auch keine überzeugende Leistung, aber der kämpferische Einsatz stimmte und so lagen die Hausherren alsbald verdient mit 1:0 vorne. Waren die Offensivaktionen der Gäste rar gesät, kam Stuttgart regelmäßig zu besseren Chancen.
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Selbst der Ausgleich durch Anton Bauer, der einen Alleingang zum 1:1 nutzen konnte, bescherte dem Freiburger Spiel keine Besserung. Beispielhaft für das südbadische Verhalten auf dem Eis war das 2:1 für Stuttgart: Unmittelbar vor der Pause gönnte sich der EHC eine unkonzentrierte Fehlerkette und lud die Rebels zur erneuten Führung förmlich ein.
Auch im zweiten Drittel war das Spiel des Spitzenreiters wenig ansehnlich, während Stuttgart seine Linie konsequent verfolgte. Das 3:1 durch Steffen Bischoff in der 28. Minute war die logische Folge und in einer Überzahl hätten die Gastgeber ihre Führung noch weiter ausbauen können, doch scheiterte man in dieser Phase am Freiburger Goalie Christoph Mathis.
Immerhin konnte der EHC das Spiel fortan etwas stärker in das gegnerische Drittel verlagern, doch die Schüsse auf Rebels-Schlussmann Dusan Strharsky waren alles, nur keine Prüfung für einen Torhüter seiner Klasse. Anstatt vor den gegnerischen Kasten zu ziehen, wahrten die Freiburger fatalerweise einen Sicherheitsabstand und spielten um das Tor herum, anstatt darauf zu.
In der 39. Minute folgte jedoch endlich der Weckruf - und der Wendepunkt. Just weil man vehement in den Slot vorgedrungen war, ermöglichte sich für Nikolas Linsenmaier ein Abpraller zum 2:3-Anschlusstreffer. Auf einmal durchzog ein Wandel das Freiburger Spiel, Tobias Kunz hätte mit einem Penalty sogar noch für den Ausgleich sorgen können. Auch wenn er an Strharsky scheiterte, der Wendepunkt war erreicht. Auch weil EHC-Coach Peter Salmik auf nur noch zwei Sturmreihen umstellte.
Läuferisch waren die Freiburger dem Gegner nun endlich überlegen nutzte der EHC auch seine technischen Fähigkeiten. Konsequent ließ man die Scheibe im Zusammenspiel laufen, bereitete dem Gegner damit erhebliche Probleme und schöpfte sein Offensivpotenzial aus. Die Zweikämpfe wurden gewonnen, die Fehler minimiert. Und auch am Bullypunkt landete der Puck nun meist in den Freiburger Reihen.
Nikolas Linsenmaier besorgte in der 42. Minute den Ausgleich und in der Folge war der EHC drauf und dran, erstmals in Führung zu gehen. Zehn Minuten später war es dann soweit: Patrick Vozar düpierte mit einem herrlichen Solo gleich drei Stuttgarter und setzte seinem furiosen Lauf noch das i-tüpfelchen auf: Ein perfekter Pass an den langen Pfosten und Norman Stehle hatte zum 4:3 eingenetzt.
Danach wurde der Freiburger Sieg nur noch einmal in Frage stellt: In der 57. Minute scheiterten die Rebels bei einem Konter am Innenpfosten. Im Gegenzug machte Patrick Vozar mit einem Kunstschuss in den Winkel den Triumph perfekt, den Treffer zum 6:3-Endstand besorgte Tobias Kunz. Der EHC Freiburg hatte die Partie noch einmal gedreht und den Verfolger geschlagen.
Möglich war dies nur dank der überdimensionalen Leistungssteigerung im letzten Drittel. Weil die Südbadener sich auf ihre Stärken besannen, wurden die Rebels dominiert und am Ende klar besiegt. Für die Nerven von Trainer und Fans wäre es jedoch von Vorteil, wenn die Freiburger ihre Vorlieben für Veilchen nicht ganz so exzessiv ausleben würden.
Statistik
Stuttgarter EC - EHC Freiburg 3:6 (2:1, 1:1, 0:4)
1:0 (4.) Lang (Witthöft, Kolar), 1:1 (16.) A. Bauer (N. Linsenmaier), 2:1 (20.) Schmitt (Becker, Pfeiffer), 3:1 (28.) Bischoff (Schmitt, Schmidt), 3:2 (39.) N. Linsenmaier, 3:3 (42.) N. Linsenmaier (Rießle, Brückmann), 3:4 (52.) N. Stehle (Vozar), 3:5 (57.) Vozar (A. Bauer), 3:6 (59.) T. Kunz (A. Bauer)
Strafen: Stuttgart 6 - Freiburg 6
Schiedsrichter: Maximilian Plitz (Ottobrunn)
Zuschauer: 506
Autor: mko
