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13. Januar 2012 19:46 Uhr
Stadiondebatte
Freiburger Eisstadion: Neubau wird immer wahrscheinlicher
Sanierung der Franz-Siegel-Halle oder Neubau? Die Zeichen stehen auf Letzteres. Die Stadt sucht derzeit nach einem Standort – auch weil der Abriss der alten Halle Platz machen würde für ein großes neues Wohnquartier in bester Lage.
Es gibt zwei Möglichkeiten: Das Eisstadion an der Ensisheimer Straße wird für geschätzt 12 bis 13 Millionen Euro von Grund auf saniert. Oder aber: Die völlig marode Franz-Siegel-Eishalle wird abgerissen und die Stadt baut an anderer Stelle neu – für 13 bis 15 Millionen Euro. Dann könnten an der Stelle des Stadions und der benachbarten Parkplatzfläche Wohnungen entstehen und Freiburg braucht dringend zusätzlichen Wohnraum. Die Stadtverwaltung hat den Suchlauf für einen Eisstadionstandort gestartet. Ergebnisse sollen noch im ersten Halbjahr vorliegen.
Inoffiziell heißt es im Rathaus, die Reise in Sachen Eisstadion gehe ganz deutlich in Richtung Neubau. Offiziell sagt Erster Bürgermeister Otto Neideck dagegen: "Wir prüfen weiter auch die Sanierung der Franz-Siegel-Halle". Klar ist aber auch: Ein Abriss des Stadions würde Platz machen für ein großes neues Wohnquartier in bester Lage. Das Gebiet wird bekanntlich bald an die Messe-Stadtbahnlinie angeschlossen, der nahe Seepark sorgt für zusätzliche Attraktivität.Es gibt zwei Grundstückseigentümer: die Heiliggeistspitalstiftung, der rund 10.000 Quadratmeter gehören und die Stadt selbst, die weitere 6000 Quadratmeter besitzt. Ein Branchenexperte schätzt, dass bei einem Verkauf ein Quadratmeterpreis von rund 600 Euro realistisch ist. Stadt und Stiftung könnten so zusammen mit Einnahmen von Pi mal Daumen 10 Millionen Euro rechnen. Startkapital für eine neue Eishalle wäre da.
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Fünf bis sechs Flächen kämen in Frage, sagt Bürgermeister Neideck: "Es ist einfacher als beim SC-Stadion, weil eine Eishalle weniger Platz braucht." Nicht dementiert werden von Neideck auch die Planspiele, ein Eisstadion plus Zusatznutzung wie Einzelhandel auf dem Mann-Mobilia-Areal im Freiburger Norden in Zähringen anzusiedeln. Hier müsste die Stadt mit einem Investor kooperieren, weil ihr die Grundstücke nicht gehören. Verkehrstechnisch wäre das Mann-Gelände jedenfalls günstig, auch weil dort die künftige Stadtbahnlinie bis Gundelfingen vorbeiführt. Ein Anschluss ans Tramnetz gilt als wichtiger Punkt auf der Checkliste für potenzielle Standorte.
Beim EHC Freiburg verfolgt man die Abwägung der Alternativen bei der Stadt: "Natürlich würden wir uns über eine neue Halle sehr freuen", sagt EHC-Vorsitzender Werner Karlin. Wenn sich die Kosten in etwa die Waage halten würden, sei ein Neubau sicher besser als die Sanierung, sagt Karlin. Es gehe nicht um eine Luxushalle, sondern um etwas Zweckmäßiges. Der Verein hat sich nach der Insolvenz der Profiabteilung und dem Zwangsabstieg in die Regionalliga berappelt und peilt den Aufstieg in die Oberliga an. Die Jugendmannschaften belegen in der Bundesliga Spitzenplätze.
Ohne eine Millioneninvestition in die Halle wäre es mit dem Eishockeysport in Freiburg Ende 2013 vorbei, wenn die TÜV-Genehmigung ausläuft. Die Halle hat Brandschutzmängel, sie gilt zudem als Energieschleuder. Zudem gibt es wegen Lärm und Verkehr Anwohnerprobleme. Ohne Sanierung dürften nur noch maximal 200 Besucher in der Halle. Letztlich wäre nur noch Publikumslauf möglich.
Ein Abriss würde den ganzen Stadtteil betreffen. Ohnehin wird der Bereich an der Berliner Allee derzeit komplett umgekrempelt. "Natürlich kann man sich an der Stelle verschiedene Sachen vorstellen", sagt Baubürgermeister Martin Haag. Gemeinsam mit den Bürgern müsste dann das Stadtteil-Rahmenkonzept fortgeschrieben werden.
Autor: Joachim Röderer


