Jetzt wird es ganz eng

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Mo, 22. Januar 2018

Schwenningen Wild Wings

Die Schwenninger Wild Wings unterliegen Nürnberg mit 1:4 und müssen nach 1:2 in Köln um Einzug in die Playoffs bangen.

EISHOCKEY. Die Schwenninger Wild Wings kassierten am Sonntag vor 4688 Zuschauern eine 1:4 (0:2, 1:2, 0:0)-Heimniederlage gegen die Nürnberger Ice Tigers. Die Wild Wings hatten zuvor das "Sechspunktespiel" vor 11560 Zuschauern in Köln knapp mit 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) verloren. In der Tabelle wird es damit im Kampf um einen Platz in der Playoff-Runde immer enger für die Schwenninger.

Die Partie gegen Nürnberg begann mit zehnminütiger Verspätung, weil der Fanzug aus Nürnberg nicht rechtzeitig angekommen war. Auf den Bahngleisen hatte es einen Zwischenfall mit einem Personenschaden bei einem anderen Zug gegeben. Der Tigers-Fanzug, der unter dem Motto "Rock around the Kuckucks-Clock" lief, musste deshalb einen Umweg fahren und kam mit den 700 Fans erst spät in Rottweil an, so dass es für die Shuttle-Busse nach Schwenningen zeitlich nicht mehr ganz zum geplanten Spielbeginn um 14 Uhr reichte. Bei den Schwenningern fehlten Stürmer Andrée Hult, der sich am Donnerstag bei der 1:2-Niederlage in Köln eine Oberkörperverletzung zugezogen hatte sowie Verteidiger Jussi Timonen. Dafür rutschten die Angreifer Marcel Kurth und Lennart Palausch wieder ins Team.

Der etatmäßige Stürmer Simon Danner lief als Verteidiger auf. Die Schwenninger arbeiteten zunächst nach hinten sehr gut und konnten vorne einige Nadelstiche setzen, so etwa als Patrick Reimer zwei Strafminuten kassierte. Will Acton scheiterte an Tigers-Torwart Andreas Jenike. Kyle Sonnenburg vergab zweimal von der blauen Linie. Dann musste auf der anderen Seite Dominik Bittner in die Kühlbox. Dustin Strahlmeier ließ einen harmlosen Schuss von Nationalstürmer Leonhard Pföderl passieren, es hieß 0:1. Das Tempo der Begegnung war hoch. Acton konnte seinen Gegenspieler nur mit einer Hakelei stoppen. Und das Team des Tabellenzweiten schlug in Überzahl erneut zu. Die Schwenninger brachten den Puck vor ihrem Kasten nicht weg und Nationalspieler Reimer hatte keine Mühe, sein zehntes Saisontor zu erzielen. Den Wild Wings wäre im ersten Drittel beinahe noch der Anschlusstreffer gelungen. Stefano Giliati sah sich mit Markus Poukkula in einer Zwei-gegen-Eins Situation, Giliati legte herrlich zurück auf Poukkula, der traf aber nur den Pfosten. 58 Sekunden waren im zweiten Drittel gespielt, da markierte der dritte Nürnberger, den Nationaltrainer Marco Sturm für Olympia nominiert hat, das 0:3. Die Schwenninger Abwehr war erneut nicht aufmerksam genug. Doch es kam noch schlimmer für die Wild Wings. Reimer beförderte die Scheibe unbehelligt per Rückhand zum 0:4 in den Schwenninger Kasten (26.).

"Wir haben den

Start verschlafen."

SERC-Stürmer Simon Danner
Bei den Wild Wings ging nichts, sie waren aber bemüht, sich zurückzukämpfen. Acton brachte ein feines Zuspiel auf Fleury, Jenike hielt aber. In der 37. Minute dann der Treffer für Schwenningen. Sonnenburg hatte abgezogen und Fleury fälschte mit seinem neunten Saisontor unhaltbar zum 1:4 ab.

Brett Festerling leistete sich zu Beginn des dritten Drittels einen Check gegen den Kopf von Fleury und kassierte dafür zwei plus zehn Minuten. Das Powerplay der Wild Wings war aber zu schwach. Dann trugen Giliati und Marcus Weber einen Ringkampf aus, beide kassierten jeweils zwei plus zwei Strafminuten. Pech für den SERC, Höfflin traf wenig später nur die Latte. Dann war die Luft raus, die Nürnberger und ihr Anhang feierten den 4:1-Sieg.

Bei der 1:2-Niederlage in Köln hatten die Schwenninger den Start verschlafen. Gerade einmal 58 Sekunden waren gespielt, da lieferte sich der Kölner Verteidiger Shawn Lalonde mit seinem Schwenninger Kollegen Dominik Bohac schon einen Faustkampf ohne Handschuhe. Beide kassierten dafür jeweils zwei plus zwei plus zehn Strafminuten. Die Kölner Haie gingen schon in der dritten Minute in Führung. Pascal Zerressen hatte abgezogen und Kai Hospelt lenkte den Puck unhaltbar für SERC-Torwart Dustin Strahlmeier ins Tornetz ab. In den folgenden Minuten sah es so aus, als würden die Domstädter einen Mann mehr auf dem Eis haben: Die starken Gastgeber waren fast immer schneller am Puck. Erst nach sieben Minuten konnten die Schwenninger zum ersten Mal den Puck Richtung Kölner Tor schießen. Doch Goalie Gustaf Wesslau hatte mit dem Rückhandschuss von Marc El-Sayed, der am Donnerstag seinen 27. Geburtstag feierte, keine Mühe. Erst allmählich fanden die Schwenninger ins Spiel. Stefano Giliati scheiterte aber genauso an Wesslau, wie wenig später Kalle Kaijomaa. In der 19. Minute fiel das 2:0 für die Hausherren. Felix Schütz passte auf Ryan Jones und der versenkte den Puck sehenswert.

Im zweiten Drittel spielten die Kölner nicht mehr so aggressiv. Den Wild Wings gelang der wichtige Anschlusstreffer. Mirko Höfflin hatte den Puck in Richtung Tor gebracht, im Nachfassen beförderte Giliati das Spielgerät über die Linie (28.). Das Powerplay der Gäste war aber nicht zwingend genug. Zum Ende des zweiten Drittels dann ein starker Pass von Anthony Rech auf Will Acton. Der Schwenninger Kapitän zog ab, aber Kölns Schlussmann Wesslau konnte, obwohl ihm die Sicht genommen war, den Puck im letzten Moment mit dem Schoner abwehren.

Zwei Minuten vor Schluss nahm SERC-Trainer Pat Cortina eine Auszeit und seinen Torwart vom Eis. Markus Poukkula kassierte aber eine Strafzeit und Strahlmeier musste wieder zwischen die Pfosten. Die Haie brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und zogen in der Tabelle an den Schwänen vorbei. "Wir haben den Start verschlafen. Wenn du gegen eine Topmannschaft wie Köln 0:2 hinten liegst, wird es sehr schwer", so SERC-Stürmer Simon Danner.