Wild Wings

Jürgen Rumrich: "Will Acton können wir nicht ersetzen"

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 05. Juni 2018 um 00:00 Uhr

Schwenningen Wild Wings

Jürgen Rumrich, Manager der Wild Wings, will die Last der Verantwortung beim Schwenninger DEL-Klub auf viele Schultern verteilen. Auf einen ganz wichtigen Leistungsträger muss er aber verzichten.

EISHOCKEY. Die Schwenninger Wild Wings werden wohl von der Papierform her eine schwächere Mannschaft als in der vergangenen DEL-Saison haben. Trainer Pat Cortina wird nicht die Qualität im Kader haben, wie in der der vergangenen Runde, in der die Schwenninger sensationell den zehnten Tabellenplatz belegten. "Will Acton können wir nicht eins zu eins ersetzen", sagt Wild-Wings-Sportmanager Jürgen Rumrich. Trotz laufenden Vertrages hatte sich der Kapitän in Richtung Nürnberg Ice Tigers verabschiedet. Acton scorte in 151 Spielen für die Wild Wings 149 Punkte. Dazu kam, dass auch seine jeweiligen Mitspieler vom Spiel des kanadisch-amerikanischen Doppelbürgers profitierten. Für Acton einen Ersatz zu finden, ist schwierg. Deshalb lassen sich die Wild Wings Zeit. Es soll ein Center mit Extraqualitäten sein, der an den Neckarquell kommen soll, wobei die Nationalität für Cortina und Rumrich keine Rolle spielt. Es wird nur eben kein Deutscher sein, der Acton ersetzen soll. Der ist zum einen nicht auf dem Markt und wäre zum anderen für die Wild Wings unerschwinglich. "Wir müssen die Last nun auf mehreren Schultern verteilen, uns breiter aufstellen", so Rumrich. Rechnet man den Ersatz für Acton dazu, kamen die Schwäne mit den beiden Angreifern vom finnischen Erstligisten Ässät, Philip McRae und dem Finnen Ville Korhonen sowie dem jungen Julian Kornelli von den Tölzer Löwen auf vier Neuzugänge.

Neben Acton sowie Verteidiger Tim Bender, den es ebenfalls nach Nürnberg zog, den Stürmern Damien Fleury (BDL Grenoble), Uli Maurer (SC Riessersee, allerdings ist sehr fraglich ob der SCR aus finanziellen Gründen überhaupt in der DEL2 an den Start geht) und Lennart Palausch, der sich beim EHC Timmendorfer Strand in der Oberliga versucht, haben die Wild Wings fünf Abgänge.

Rumrich meldet Angreifer Andrée Hult zwar noch nicht offiziell als Abgang, aber in der Vergangenheit waren die Wild Wings noch nie mit mehr als dem pro Spiel erlaubten Ausländerkontingent in die Saison gestartet. Im vergangenen Jahr gingen die Schwenninger sogar nur mit acht Ausländern in die DEL-Saison, Ende Oktober wurde aber Fleury nachverpflichtet. Der wechselte aus familiären Gründen nun zurück in seine Heimat Frankreich. Korhonen soll Fleury ersetzen. Kein leichtes Unterfangen, der Franzose markierte in 86 Spielen, die er insgesamt für die Wild Wings absolvierte, beachtliche 37 Tore. Der erst 20-jährige Kornelli scheint vom Fleck weg stärker als Abgang Palausch. Kornelli sollte die Torausbeute von Maurer übertreffen, der stets vorbildlich kämpfte, aber nur zwei Saisontore erzielte. Die Abwehr ist nahezu unverändert. Zwar hatte Abgang Bender zuletzt nur ein mäßiges Jahr in Schwenningen, das Talent des 23-Jährigen ist aber unbestritten.

Obwohl sich mit dem St. Georgener Hersteller EBM-Papst ein Hauptsponsor verabschiedete, der sich dem Vernehmen nach mit 130 000 Euro pro Saison einbrachte, soll der Gesamtetat laut Wild Wings GmbH unverändert bei 5,7 Millionen Euro liegen.