Eishockey

Lukas Zib – Wölfe verpflichten einen alten Hasen

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Fr, 23. Februar 2018 um 08:59 Uhr

EHC Freiburg

Mit 40 Jahren steht er nicht mehr in der Blüte seiner sportlichen Jahre. Dennoch könnte Lukas Zib ein wichtiger Baustein in den Playdowns werden, die für den EHC Freiburg kaum noch abzuwenden sind.

Ein Neuer für die Wölfe: Vor der entscheidenden Phase der DEL-2-Saison hat der EHC Freiburg personell nachgerüstet – wenngleich nicht ganz freiwillig. Er reagiert auf die langfristige Verletzung von Mark Mancari und verpflichtete Mitte der Woche den Tschechen Lukas Zib.

Es war die Hiobsbotschaft der vergangenen Woche: Mark Mancari, Leistungsträger und die wohl beste Neuverpflichtung der Wölfe in den vergangenen Jahren, muss verletzt pausieren. Nun wurde vermeldet, dass der 32-jährige Kanadier mit dem strammen Schuss für den Rest der Saison ausfällt und dementsprechend auch in der Abstiegsrunde um den Klassenerhalt zum Zuschauen verdammt sein wird. Nach der zweiten schweren Verletzung des US-Amerikaners Ben Walker, der ebenfalls für den Rest der Saison ausfällt, sieht sich der EHC wieder einmal vom Verletzungspech gebeutelt: Zwei Kontingentspieler und klare Leistungsträger, die als tragende Säulen des Wölfe-Spiels verpflichtet wurden, stehen nicht mehr zur Verfügung. Eine erneute Nachverpflichtung war mit Blick auf die Mitte März beginnende Endrunde fast unumgänglich. In Routinier Lukas Zib wurden die EHC-Verantwortlichen nun fündig.

Trotz seines für einen Profisportler recht hohen Alters ist der 40-Jährige fest entschlossen, seinem neuen Team zum Klassenerhalt zu verhelfen. "Ich weiß, worum es geht und werde alles geben, um das Team zu unterstützen", sagt der erfahrene Tscheche. "Im Moment lerne ich die Mannschaft und meine Mitspieler noch kennen und versuche, mich rasch in das taktische Konzept einzufügen." Von seinen neuen Kollegen konnte sich Zib bereits in zwei Trainingseinheiten ein Bild machen. "Viele der Jungs sind recht jung und hervorragende Skater", so der Defensiv-Akteur. "Da meinen Platz zu finden, wird sicher ein paar Spiele dauern, aber mein erster Eindruck ist sehr positiv."

Zuletzt stand Zib beim polnischen Erstligisten Cracovia Krakow (Krakau) unter Vertrag. In der Vorsaison ging er hingegen noch mit den EHC-Cracks Ben Walker und Jakub Babka beim tschechischen Zweitligisten HC Ceske Budejovice (Budweis) aufs Eis. Die Berührungspunkte zum EHC sind also offensichtlich. Seine ehemaligen Kameraden hatten dann auch nur Gutes über den Routinier zu berichten. Und auch Lukas Zib selbst ist froh über das Wiedersehen: "Das hilft natürlich enorm, um sich schnell in der neuen Mannschaft zurechtzufinden", so Zib. "Für Ben tut es mir natürlich unendlich leid, dass er so großes Pech mit Verletzungen hatte."

Als Zibs größte Stärke gilt die Defensivarbeit sowie sein Schuss aus der Distanz, der besonders im Powerplay zum Tragen kommen dürfte – eine Parallele zum verletzten Mancari, wenngleich die Schussgewalt des Kanadiers wohl kaum zu ersetzen sein dürfte, hielt er doch in der kanadischen AHL lange Jahre den Rekord für den schnellsten Schuss.

Mit seiner Erfahrung und einem hohen Maß an Spielintelligenz wird Zib jedoch sicherlich seinen festen Platz in der Wölfe-Rotation einnehmen. Und auch die Franz-Siegel-Halle ist für den Neuen nicht gänzlich unbekannt: In der DEL-Saison 2002/03 stand Zib bei den Schwenninger Wild Wings unter Vertrag – und spielte in der Vorbereitung mit dem SERC auch bei den Wölfen. "Es ist schon eine Weile her, aber ich erinnere mich, dass es sehr laut zuging. Wir haben gewonnen und ich selbst habe sogar ein Tor erzielt." Das Stadion imponiert dem alten Hasen, wie er erzählt: "Ich persönlich mag diese alten Hallen. Sie sind kalt und unbequem, versprühen aber ihre ganz eigene Magie. Mir gefällt das."

Auf sein Alter angesprochen, zuckt Zib nur mit den Schultern. "Ich weiß, dass viele Spieler in meinem Alter ans Aufhören denken, aber ich fühle mich hervorragend. Außerdem liebe ich Eishockey." Darüber hinaus ist er damit beim EHC nicht alleine: Auch Verteidiger Dennis Meyer zählt 40 Lenze, Stürmer Radek Duda ist 39 Jahre alt. Nun gilt es für den 40-Jährigen, auch spielerisch möglichst schnell bei den Wölfen Fuß zu fassen. Bis zur Endrunde stehen nur noch zwei Punktspielwochenenden auf dem Programm. Am Freitag darf sich Zib erstmals im Gastspiel beim EC Bad Neuheim beweisen. Am Sonntag folgt das Heimspiel gegen die Eispiraten Crimmitschau.