Gesicht der Woche

Philip Rießle: EHC-Kämpfer mit Schmerzen

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Sa, 31. März 2018 um 22:01 Uhr

EHC Freiburg

Der Sonntag Der EHC bleibt zweitklassig. Einer, der alles, was der geschundene Körper in der Abstiegsrunde noch hergab, in die Waagschale geworfen hat, ist Kapitän Philip Rießle. Urlaub hat er nun aber nicht.

Der EHC Freiburg hat den Klassenerhalt in der zweiten deutschen Eishockeyliga (DEL 2) erreicht und eine schwierige Saison mit einem famosen Schlussakkord beendet. Einer, der wieder einmal Kopf, Kragen und alles, was der geschundene Körper in der Abstiegsrunde gegen die Tölzer Löwen noch hergab, in die Waagschale geworfen hat, ist Wölfe-Kapitän Philip Rießle.

Der Kopf des Rudels ist nicht nur Sprachrohr und Aushängeschild der Freiburger Puckjäger – er ist der wohl kompromissloseste Verteidiger, den der EHC in seinen Reihen hat. Das bewies er auch in den zurückliegenden sieben Spielen, in deren Verlauf die Breisgauer den Ligaverbleib sicherten.

Wann immer der Mann mit dem prägnanten Bart auf dem Eis stand, warf er sich furchtlos in jeden Schuss des Gegners und ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Nichts Neues für den 30-Jährigen. Neu war allerdings, dass sich Rießle trotz einer schweren Verletzung am Knöchel durch die komplette Best-of-Seven-Serie gegen die Oberbayern kämpfte. In jedem Drittel mussten er und sein Abwehr-Kollege Alexander Brückmann mit schmerzstillenden Spritzen behandelt werden, um ihrer ohnehin schon von Verletzungen gebeutelten Mannschaft helfen zu können.

Seit der Saison 2013/14 ist Rießle Mannschaftskapitän beim EHC. Dabei geht der gebürtige Waldkircher, der das Eishockeyspiel in Freiburg erlernte und seit 2011 wieder bei den Wölfen unter Vertrag steht, stets mit viel Einsatz voran – und schreckt dabei vor kaum etwas zurück.

In der Vorsaison, als sich die Freiburger sensationell für die Playoffs qualifiziert hatten, zog er sich im letzten Hauptrundenspiel einen doppelten Kieferbruch zu und fiel somit in der heißen Phase der Saison aus. Nun konnte Rießle wieder beweisen, welchen Stellenwert er für seine Mannschaft hat. Und mit einem langen Heber ins leere Tor setzte der Leitwolf sogar den Schlusspunkt zum 5:2 im entscheidenden siebten Spiel gegen die Löwen und damit hinter die Saison.

Nun geht es für den 30-Jährigen allerdings nicht in den Sommerurlaub, sondern zur Arbeit. Denn der Eishockeyprofi ist – ganz nebenbei – Außendienstmitarbeiter in Vollzeit bei einem Glasfachhandel. Immerhin hat er so die Gelegenheit, seine Blessuren vollständig auszukurieren, damit er zu Saisonbeginn wieder körperlich fit für die Wölfe auf dem Eis stehen kann.

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