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31. Januar 2012

Sechs Punkte fürs Selbstvertrauen

Die Schwenninger Wild Wings melden sich mit zwei Siegen eindrucksvoll zurück / Fünf Tore in fünf Minuten gegen Dresden.

  1. Ausgelassene Freude: Die Schwenninger bejubeln die 2:0-Führung im Heimspiel gegen Dresden. Foto: reinhardt

EISHOCKEY. "Nach einem Null-Punkte-Wochenende anschließend wieder sechs Zähler zu holen, ist positiv", sagte Jürgen Rumrich, Trainer der Schwenninger Wild Wings, und freute sich wie ein Schneekönig. Allerdings hatte dem Schwenninger Übungsleiter der 3:2-Auswärtssieg in Crimmitschau ungleich mehr Vergnügen bereitet als der 5:1-Heimerfolg gegen Dresden.

"Wir haben sehr gut gespielt und hatten wieder richtig Zug zum Tor. Die ganze Mannschaft hat ein tolles Auswärtsspiel gezeigt", kommentierte Rumrich den Auftritt seines Teams in Westsachsen. Vor der Partie in Crimmitschau waren die Wild Wings in sieben von neun Spielen in Rückstand geraten. Das hatte Rumrich gewaltig gewurmt. Deshalb hatte der Schwenninger Übungsleiter trotz der langen Busfahrt und des Fehlens von sieben Spielern gefordert, von Anfang an voll konzentriert zu sein und den Kampf anzunehmen. Das tat der Zweitligist von der Baar dann auch mit Erfolg. Dan Hacker, der sich nach seiner Schleimbeutel-Operation am Knie mit dem "C" auf der Brust – Kapitän Andreas Renz fällt wegen einer Augenverletzung länger aus – als großer Antreiber erwies, brachte seine Mannschaft mit Treffern in der neunten und elften Minute mit 2:0 in Führung.

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Auch im Heimspiel gegen Dresden gerieten die Schwenninger nicht in Rückstand, was aber mehr an der Harmlosigkeit der Gäste lag. Aber auch die SERC-Cracks taten im ersten Drittel nichts für die Offensive. Das ärgerte Rumrich und veranlasste ihn zu Umstellungen. Einerseits. Zum anderen hielt er eine deftige Kabinenansprache. "Im ersten Drittel haben wir gemeint, dass wir es locker herunter spielen können. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie Druck zum Tor ausüben, Schlittschuh laufen, agieren und nicht reagieren muss. Ich habe sie daran erinnert, dass wir besser Eishockey spielen können."

Der Coach sei zwar nicht laut geworden, berichtet David Walker. "Er hat uns aber unmissverständlich klar gemacht, dass wir mehr Aggressivität zeigen müssen." Und dies taten die Wild Wings, sie erzielten in vier Minuten fünf Tore und damit war die Partie auch schon entschieden. "In dieser Phase haben wir alles richtig gemacht und die Scheibe zum Tor gebracht", freute sich Rumrich.

Die dezimierten Dresdner hätten von Beginn an müde gewirkt, erinnert sich Walker, "das haben wir im zweiten Drittel ausgenutzt". Bis auf die tollen vier Minuten gab es für die Zuschauer in dieser Partie nicht viel zu sehen. Die Wild Wings kletterten auf den dritten Tabellenplatz und die Dresdner freuten sich gestern immerhin über einen Neuzugang: Torhüter Steve Silverthorn, in der vergangenen Saison noch die Nummer eins bei den Wild Wings, steht künftig bei den Sachsen zwischen den Pfosten. Elf Partien haben die Wild Wings noch zu absolvieren, bis Mitte März das Playoff-Viertelfinale startet. "Wir dürfen uns jetzt kein Tief leisten, die Formkurve muss zu den Playoffs ansteigen", mahnt der 32-jährige Kanadier Walker. Am kommenden Freitag erwartet der SERC den SC Riessersee, am Sonntag sind die Wild Wings dann im Spitzenspiel beim Tabellenführer EV Landshut zu Gast.

Die Wild Wings hoffen, dass Stürmer Dominic Walsh, der wegen einer Gehirnerschütterung fehlte und Mirko Sacher (Leistenzerrung) dann wieder dabei sind. Auch Torwart Mathias Lange, der ebenfalls an einer Leistenzerrung laborierte, soll am heutigen Dienstag wieder ins Training einsteigen. Goalie Sinisa Martinovic hatte gegen Dresden im zweiten Drittel einen Puck auf den Oberschenkel bekommen. So kam Kai Kristian zu seinem Zweitligadebüt für den SERC. Der 20-Jährige machte seine Sache ordentlich und kassierte nur ein Tor.

Unterdessen ist Stürmer Christoph Melischko nach langer Pause wieder ins Training eingestiegen. "Es geht jetzt erst einmal darum, dass sein Knie hält", sagt Wild-Wings-Manager Stefan Wagner, der aber nicht unbedingt mit einem Comeback des 28-Jährigen rechnet, der nach seiner Knieoperation Thrombose bekommen hatte und in dieser Saison kein einziges Punktespiel für den SERC absolvieren konnte. "Das wäre Zugabe, wenn Melischko diese Saison tatsächlich noch spielen könnte", so Wagner.

Autor: Heinz Wittmann