Stars zum Anfassen und hohe Preise

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Do, 24. Mai 2018

Eishockey

Unser Mitarbeiter Heinz Wittmann hat Eindrücke von der Eishockey-WM in Dänemark mitgebracht / Auch die Schwenninger Wild Wings waren ein Thema.

EISHOCKEY. In einem spannenden Penaltyschießen hat sich Schweden im Finale gegen die Schweiz bei der Eishockey-Weltmeisterschaft den elften WM-Titel gesichert. Dabei waren die "Eisgenossen" nach dem fantastischen 3:2-Halbfinalsieg gegen Kanada so optimistisch gewesen, endlich erstmals in der Geschichte Weltmeister zu werden. Eine Fangruppe aus Davos hatte sich schon vor mehr als einem halben Jahr Endspielkarten besorgt, weil sie an das Team glaubten. Viele ihrer kurzfristig angereisten Landsleute konnten die Partie in der Royal Arena angesichts von Schwarzmarktpreisen von 700 Euro pro Ticket nicht live mitverfolgen. Sie fieberten auf der Fanmeile vor der Arena beim Public Viewing gemeinsam mit vielen schwedischen Anhängern und Eishockeyfans aus aller Welt mit.

Die Stimmung war draußen mindestens so gut wie drinnen in der Arena. Nach der Niederlage konnten die Schweizer ihre Enttäuschung allerdings nicht verbergen. Das Endspiel auf den großen Leinwänden wurde von einem ehemaligen Schwenninger für das dänische Fernsehen kommentiert. Stürmer Morten Green, der von 2013 bis 2015 bei den Schwenninger Wild Wings dem Puck nachjagte, aber vor der aktuellen Saison seine Karriere bei Rungted Seier Capital in Dänemark beendete, ist jetzt das dänische Pendant zu Andi Renz, dem Schwenninger Eishockey-Experten im deutschen Fernsehen.

Keine Frage, die WM in Dänemark war stimmungsvoll. Doch eine noch bessere Atmosphäre als in der Hauptstadt herrschte im kleinen Herning. Da waren sich ein Fan der Eisbären Berlin und eine Anhängerin der Düsseldorfer EG, die beide Spielorte besucht hatten, einig. Zumal in Herning auch Gastgeber Dänemark spielte, der das Viertelfinale nur knapp verpasste und in der Gruppe B Rang fünf noch vor Deutschland mit dem SERC-Stürmer Mirko Höfflin belegte. Frankreich mit den Wild-Wings-Stürmern Anthony Rech und Damien Fleury, der nach Grenoble wechselt, war in der Gruppe A in Kopenhagen Sechster geworden.

Die Stars kamen zu Fuß in die Eishalle

Beim Stichwort Schwenningen sprudelte es übrigens aus dem Fan der Eisbären Berlin nur so heraus. Er war in den 1990er Jahren jeweils im Bauchenbergstadion, um die Play-Down-Spiele seiner Eisbären gegen den SERC anzuschauen. "Die überragenden tschechischen Stürmer Richard Zemlicka und Jiri Dopita haben uns damals zum Sieg gegen Schwenningen geschossen", erinnerte er sich. Tja, die gute alte Zeit. Damals war im noch offenen Bauchenbergstadion ein Bier für 2,50 Mark zu haben, bei der Eishockey-WM wurden für den Gerstensaft 75 Kronen, also zehn Euro fällig. Das tat der Feierlaune der Fans aber keinen Abbruch.

Da die Mannschaften im noblen Crown Plaza, das nur 200 Meter von der Royal Arena entfernt liegt, untergebracht waren, kamen die Spieler zu Fuß vom Hotel in die Eishalle. Das ermöglichte den Fans, Selfies mit den Stars zu machen und sich Autogramme zu sichern. Derzeit der Topstar im Welteishockey ist Connor McDavid. Der 1,85 Meter große Rotschopf blieb nirgends unerkannt. Und er erfüllte auch geduldig die Wünsche der vielen Fans. Sportlich konnten der 21-Jährige und das kanadische Team bei der WM mit Platz vier natürlich nicht zufrieden sein, auch wenn er mit zwölf Assists bester Vorlagengeber war. Fünf Tore gelangen McDavid bei dieser Weltmeisterschaft.

In der National Hockey League war der Kapitän der Edmonton Oilers sowohl in der Saison 2016/17 als auch 2017/18 bester Scorer. McDavid, der einen Achtjahresvertrag über 100 Millionen Dollar besitzt und mit 12,5 Millionen Dollar Jahresgehalt der bestbezahlte Eishockey-Spieler der Welt ist, brachte es in der Spielzeit 2016/17 auf 100 Punkte (30 Tore/70 Vorlagen) und in der abgelaufenen Runde auf 108 Zähler (41 Treffer/67 Beihilfen). McDavid bildet mit dem deutschen Topstar Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers eine Angriffsformation. Deutsche Eishockeyfans haben die Möglichkeit, dieses Angriffsduo noch in diesem Jahr am 3. Oktober, wenn die Edmonton Oilers ein Freundschaftsspiel gegen die Kölner Haie in der Lanxess-Arena bestreiten, live zu sehen.