Wenn Wölfe Zwangspausen einlegen

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Fr, 02. Februar 2018

EHC Freiburg

Radek Duda wird dem EHC Freiburg am Freitag fehlen – aber wann setzt es derlei Sperren?.

EISHOCKEY. Julian Airich hat seine bereits hinter sich, Radek Duda muss sie noch ableisten: Die Rede ist von Sperren, die in den vergangenen Wochen gegen die EHC-Cracks ausgesprochen wurden. Aber wann setzt es für Eishockeyspieler eigentlich eine sogenannte Matchstrafe – die größtmögliche Strafe, die automatisch eine Sperre von mindestens einem Spiel nach sich zieht? Ein Regelcheck.

Es lief die 55. Spielminute im DEL-2-Kellerduell zwischen dem EHC Freiburg und den Bayreuth Tigers. Beim Spielstand von 4:4 rempeln sich der Freiburger Radek Duda – der an diesem Tag seinen 39. Geburtstag feierte – und der Bayreuther Timo Gams leicht in der neutralen Zone. Beide fahren Schulter an Schulter nebeneinander her, als Duda seinen Gegenspieler von hinten mit einer Kickbewegung gegen dessen Schlittschuh von den Füßen holt. Der Gegenspieler bleibt unverletzt, die Situation sieht nicht dramatisch aus. Dennoch wird Duda ohne zu zögern von den Unparteiischen des Spiels verwiesen. Die Begründung: Slew-Footing (schlagender Fuß). Die Regel stellt besagtes Vergehen eindeutig unter Strafe und lässt dem Referee keinen Ermessensspielraum. Matchstrafe lautete das Urteil.

Duda wurde vom Disziplinarausschuss der DEL 2 mit einem Spiel Sperre belegt und wird den Wölfen deshalb beim Gastspiel in Heilbronn am Freitagabend fehlen. Dies ist das Mindestmaß, das nach einer Matchstrafe ausgesprochen werden kann. Ein Spiel mehr verpasste in der vorangegangenen Woche EHC-Stürmer Julian Airich, als er im Gastspiel bei den Eispiraten Crimmitschau nach einem rüden Check gegen Kopf und Nacken seines Gegenspielers Christoph Kabitzky (25. Minute) des Spiels verweisen und nachträglich für zwei Partien gesperrt wurde.

Spieldauer- und Matchstrafen können im Eishockey bei zahlreichen Vergehen ausgesprochen werden, abhängig von deren Schwere und dem Ermessen seitens des Schiedsrichtergespanns. Dazu gehören Stockchecks, unerlaubte Körperangriffe, Checks von hinten, Kopf- und Kniestöße oder ähnliche Fouls. Andere vergehen, meist aus der unsportlichen Schublade, führen zwangsläufig zu einer Matchstrafe (Beißen, Spucken, Auseinandersetzung mit Zuschauern) oder eben auch Vergehen wie das Slow-Footing oder das Treten nach einem Gegenspieler.

Wichtig: Eine Matchstrafe zieht stets eine Sperre von mindestens einem Spiel nach sich. Über die genaue Länge entscheidet der Disziplinarausschuss. Vor diesem landet indes auch jede Spieldauerstrafe gegen einen Spieler. Dort werden die Videoaufzeichnungen sowie die Stellungnahmen der Schiedsrichter ausgewertet und gegebenenfalls Sperren nachträglich ausgesprochen – wie bei Airichs Check.

Glück im Unglück hatte derweil Wölfe-Topscorer Niko Linsenmaier, der sich bei der bitteren 0:4-Heimniederlage gegen den EC Bad Nauheim am 19. Januar einen Aussetzer erlaubte und seinen Gegenspieler, offenbar aus Frust, beim harten Bandencheck verletzte. Die Schiedsrichter sprachen eine Spieldauerstrafe gegen Linsenmaier aus. Eine Sperre zog sein Vergehen nicht nach sich. Weitere Spieldauerstrafen aus den vergangenen Wochen, die ohne Folgen blieben: Jannik Herm, dessen unglücklicher Zusammenprall mit einem Gegenspieler im Crimmitschau-Spiel als unerlaubter Körperangriff ausgelegt wurde, sowie ein weiteres Mal Radek Duda (Faustkampf).