Wild Wings im Spielrausch

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Di, 21. November 2017

Schwenningen Wild Wings

Anthony Rech bei 5:2 gegen Bremerhaven an vier Toren beteiligt.

EISHOCKEY (witt). Zwei 5:2-Siege gegen München und Bremerhaven katapultierten die Schwenninger Wild Wings auf den fünften Tabellenplatz. Ein Mann bot am Sonntag eine Leistungsexplosion und war an vier der fünf Tore beteiligt: Anthony Rech. "Wir dürfen jetzt nicht abheben, sondern sollten schön auf dem Boden bleiben", sagt Trainer Pat Cortina und ist bemüht, die aufkommende Euphorie am Neckarursprung kleinzuhalten. Dennoch: Es waren zwei überzeugende Auftritte nach der Deutschlandcup-Pause. Die Schwenninger waren sowohl gegen den in Bestbesetzung angetretenen Deutschen Meister München, als auch die läuferisch ebenfalls sehr starken Bremerhavener in der Lage, das jeweils hohe Tempo mitzugehen und mit teils herrlichen Toren selbst Akzente zu setzen.

Tolle Treffer erzielten in beiden Spielen Markus Poukkula und Istvan Bartalis, die dabei ihr ganzes technisches Können aufboten. In München war Torwart Dustin Strahlmeier wieder der überragende Rückhalt. Telekom-Kommentator Jan Lüdeke bezeichnete den Schwenninger Schlussmann als "derzeit formstärksten Torwart der DEL."

Beim 5:2-Heimsieg gegen Bremerhaven stach ein Mann besonders heraus: Anthony Rech. Der Stürmer war an vier der fünf Treffer beteiligt und markierte das schönste Tor des Tages, das 2:0, selbst. Und dabei war Rech vor dem Spiel alles andere als glücklich gewesen. Coach Cortina sprach mit seinem Schützling. "Er hat mir gesagt, dass er nicht so zufrieden ist", so Trainer Cortina. Er spiele mit Will Acton und Damien Fleury in einer Reihe und könne zu wenig zum Erfolg beitragen, so Rechs Sorge. Cortinas Tipp wirkte: "Denk’ nicht nach, verlasse dich auf deinen Eishockeyinstinkt." Rech hatte im Sommer lediglich einen Probevertrag für die Saisonvorbereitung. Und nicht jeder war mit der Entscheidung glücklich, dass er dann für die gesamte Saison einen Kontrakt erhielt. Denn Rech scorte zunächst nur mäßig, ein Tor wollte ihm nicht gelingen. "Es war schon eine kleine Umstellung von der französischen Liga zur DEL", so Rech. "Hier in der DEL ist in jedem Spiel das Tempo und die Konzentration extrem hoch."

Mit dem Sohn und seiner Frau Amandine fühlt sich Rech in Bad Dürrheim pudelwohl. Uneinigkeit herrschte rund um die Helios-Arena bislang nur über die Aussprache des Familiennamens. Korrekt wird das Reck ausgesprochen", erklärt der Franzose mit der Rückennummer 18, der überraschend gut Englisch spricht und schon fleißig in der Kabine mit Goalie Strahlmeier Deutsch lernt. Morgen, Mittwoch, sind Rech und die Wild Wings erneut gefordert: Dann empfangen sie die Grizzlys Wolfsburg. Am Freitag gastieren die Kölner Haie in der Helios-Arena. Die Domstädter haben nach dem 2:6 gegen München Trainer Cory Clouston entlassen. Peter Draisaitl übernimmt die Haie.