EHC Freiburg

Jannik Herm hat das Tor des Monats erzielt

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Fr, 12. Oktober 2018 um 09:59 Uhr

EHC Freiburg

Publikumsliebling, treuer Wolf, harter Arbeiter, Dolmetscher – der Angreifer des EHC Freiburg ist das alles. Inzwischen ist sogar noch etwas hinzugekommen: Traumtorschütze.

Er spielt seit 2014 beim EHC Freiburg, hat den Aufstieg aus der Oberliga in die DEL 2 mitgemacht und gehört zum festen Stamm des Wölfe-Kollektivs. Jannik Herm zählt zu den festen Größen im Freiburger Eishockey. Nun wurde ihm eine besondere Auszeichnung zuteil: Sein Treffer gegen Bad Tölz wurde zum Tor des Monats September gewählt.

Publikumsliebling, treuer Wolf, harter Arbeiter, Dolmetscher – es gibt zahlreiche Attribute, die auf den knapp 1,90 Meter großen Angreifer des EHC Freiburg zutreffen. Inzwischen ist noch eines hinzugekommen: Traumtorschütze. Denn der 27-Jährige wurde von der DEL 2 für das Tor des Monats nominiert – und gewann die Wahl, die die Liga in dieser Saison erstmals austrägt, prompt mit einer starken Aktion gegen die Tölzer Löwen.

Mit einer überragenden Stockbewegung am kurzen Pfosten ließ er deren Torhüter alt aussehen und traf ins lange Eck.
Für das Heimspiel der Freiburger Wölfe gegen die Bayreuth Tigers in der Franz-Siegel-Halle gibt es noch Karten. Die Partie beginnt am heutigen Freitag um 19.30 Uhr. EHC-Freiburg-Tickets online kaufen

Der Torjäger selbst zeigt sich glücklich über die Auszeichnung und erklärt, wie es zu diesem Kunststück kam: "Ich habe den Move schon öfter in der NHL gesehen und gedacht, den muss ich auch mal probieren." Im Training sei ihm das Kabinettstückchen einige Male gelungen. "Im Spiel habe ich es dann einfach gemacht." Etwas Glück sei dabei gewesen, gesteht Herm. "Der Pass von Marc Wittfoth war aber auch super, sonst hätte ich den Trick gar nicht machen können."

Seine Stärke ist seine Einsatzbereitschaft

Für Kunststücke ist Jannik Herm eigentlich weniger bekannt, wenngleich er seine feine Stocktechnik hier und da zeigt. Seine Stärken liegen eigentlich im Läuferischen und in der Einsatzbereitschaft. Seit 2014 geht er für die Wölfe aufs Eis, war davor unter anderem für die Zweitligisten aus Bietigheim und Weißwasser aktiv. Mit dem EHC gelang ihm 2015 die Rückkehr in die DEL 2. Seit seiner Ankunft beim EHC gilt Herm als verlässlicher Stürmer, der nach hinten arbeitet und durch körperliche Präsenz besticht. In Über- und Unterzahlsituationen ist er eine feste Größe.

Seine Rolle in der Mannschaft hat sich im Laufe der Zeit verändert. "Ich habe ja lange in der dritten Reihe gespielt, stand aber bei Überzahl meist zuerst auf dem Eis. Nach Weihnachten bin ich dann in den zweiten Block aufgerückt." Zuletzt spielte er in der nominell ersten Sturmreihe mit Marc Wittfoth und Mason Baptista. "Wir haben die ersten Spiele viele Tore geschossen, in den letzten drei Matches aber keines", meint Herm fast entschuldigend. "Das wollen wir ändern, wieder zu unserer Torgefährlichkeit zurückfinden."

Inzwischen ist er Freiburger

Sucht jemand den Dialog mit den tschechischen Mannschaftskollegen, springt Herm gerne mal als Übersetzer in die Bresche. Seine Mutter ist Tschechin und auch er lebte mehrere Jahre in seiner zweiten Heimat. Generell ist der 27-Jährige mehr als nur Eishockeyspieler in Freiburg. Inzwischen ist er Freiburger. "Meiner Frau und mir gefällt es hier wahnsinnig gut. Ich liebe Freiburg", macht er deutlich. Herm verleugnet nicht, dass schon andere lukrative Angebote vorlagen. "Aber wegen ein paar Euro mehr diese wunderschöne Stadt zu verlassen, das sollte man sich genau überlegen", lacht er. "Und die Rolle, die ich mir in dieser Mannschaft erspielt habe, möchte ich auch nicht einfach so herschenken."

Am kommenden Wochenende gelte es, all’ das abzurufen, was bei der 1:3-Heimpleite gegen Aufsteiger Deggendorf gefehlt habe. Die Gegner heißen Bayreuth und Crimmitschau – Teams, die sich nominell auf Augenhöhe mit dem EHC befinden. "Es ist eigentlich das gleiche Spiel wie gegen Deggendorf. Wir müssen diszipliniert auftreten und die Scheiben zum Tor bringen." Besser als zuletzt, lautet die Devise. "Denn das sind die Gegner, die wir schlagen müssen."