Wölfe im Penaltyschießen noch abgefangen

Benjamin Resetz

Von Benjamin Resetz

Di, 02. Januar 2018

Eishockey

Der EHC Freiburg verliert bei den Towerstars aus Ravensburg mit 3:4 / Erneut können die Breisgauer eine Führung nicht über die Zeit bringen.

RAVENSBURG/FREIBURG. Südbaden zu Gast in Oberschwaben: Das heißt Derbyzeit in der zweithöchsten deutschen Eishockeyspielklasse, denn die Ravensburg Towerstars empfingen den EHC Freiburg. Einmal mehr mussten rund 400 mitgereisten EHC-Fans jedoch erleben, wie ihre Mannschaft eine Führung nicht ins Ziel retten konnte. Nach zwischenzeitlicher 3:1-Führung unterlagen die Wölfe am Samstagabend mit 3:4 nach Penaltyschießen.

Das letzte Spiel des Jahres 2017 hatte es noch einmal in sich, denn die Freiburger gastierten beim Pre-Playoff-Gegner aus der Vorsaison. Und eines ist in den Duellen zwischen Breisgauern und Puzzlestädtern gewiss: Spannung bis zur letzten Sekunde. Auch das letzte Aufeinandertreffen zwischen Wölfen und Towerstars in dieser Hauptrunde (alle vier endeten übrigens 4:3 für das jeweilige Heimteam) wurde dem voll und ganz gerecht, wenngleich beide Teams auf zahlreiche verletzte Akteure verzichten mussten.

Gleich zu Beginn gerieten die Freiburger in doppelte Unterzahl, als Niko Linsenmaier und Mark Mancari in der Box landeten, überstanden dieses aber unbeschadet. In einem ausgeglichenen ersten Drittel standen beide Mannschaften defensiv sicher. Folgerichtig ging es torlos in die erste Pause.

Der Mittelabschnitt ging hingegen an die Freiburger, die nun auch Zählbares auf die Anzeigetafel brachten – zunächst in Person von Chris Billich, der das Ravensburger Tor umkurvte und Torhüter Jonas Langmann düpierte (22.). Auf die Freiburger Führung folgte fast postwendend der Ausgleich, als die Gastgeber von einem schlechten Wechsel der Wölfe profitierten. David Zucker legte auf Robin Just ab, der nur noch einzuschieben brauchte (25.). Eine weitere Großchance von Carter Proft vereitelte EHC-Goalie Miroslav Hanuljak. Doch die Gäste fanden zurück in die Spur: Vom Bully weg umfuhr Billich ein weiteres Mal das Tor, fand dieses Mal jedoch Tobias Kunz, der auf 2:1 stellte. Sekunden später kassierten die Ravensburger zwei Strafen, sodass nun die Wölfe in doppelter Überzahl ran durften und dies mit einem weiteren Treffer des überragenden Chris Billich quittierten (33.). Die Schwaben hatten den Faden verloren und bis Drittelende alle Hände voll zu tun, die Wölfe am vierten Tor zu hindern. Dies sollte sich erst im Schlussdrittel auf dramatische Weise ändern.

Mit viel Tempo kamen die Towerstars aus der Kabine und schnürten die Freiburger hinten ein. So kam es, dass Arturs Kruminsch im Gedränge auf 2:3 verkürzte. Die Einheimischen hatten nun Lunte gerochen und warfen alles in die Waagschale, während den Wölfen nur noch Entlastungsangriffe gelingen wollten. 71 Sekunden vor Schluss landete dann Marc Wittfoth in der Kühlbox. Die Gastgeber nahmen den Torhüter zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis und da passierte es: Unter dem Ravensburger Dauerfeuer war Hanuljak 21 Sekunden vor Schluss geschlagen. Mathieu Pompei hatte den Ausgleich erzielt – Verlängerung.

Die Overtime bestritten die Wölfe meist in Unterzahl, retteten sich aber ins Penaltyschießen. Hier machte Just den Zusatzpunkt für die Towerstars klar, während Langmann seinen Kasten sauber hielt. Die Partie war der Auftakt einer fünf Spiele währenden Auswärtsserie der Wölfe. In Dresden geht’s am Mittwoch weiter.

Tore: 0:1 Billich (22.), 1:1 Just (25.), 1:2 Kunz (32.), 1:3 Billich (33.), 2:3 Kruminsch (44.), 3:3 Pompei (60.), 4:3 Just (Shootout). Strafminuten: Ravensburg 10, Freiburg 16. Zuschauer: 3418.