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02. Februar 2015

ECKSTOSS: Vorsicht mit Prognosen

Noch ist der VfL Wolfsburg nicht Bayern München.

Was ein Spiel so alles ändern kann. Zumindest vermeintlich. Gerade war der FC Bayern München noch uneinholbarer Dominator. Nun, nach der Niederlage beim VfL Wolfsburg, soll der Rekordmeister plötzlich von einem anderen potenziellen Branchenriesen ernsthaft bedroht sein. Dabei sind zunächst nur zwei Dinge passiert: Die Wolfsburger haben eine fantastische Mannschaftsleistung hinbekommen, die Bayern einen furchtbar schlechten Tag erwischt. Daraus eine grundlegende Tendenz für die Zukunft abzuleiten, wäre voreilig. Die Münchner haben sich ihre herausragende Stellung im deutschen Fußball über Jahrzehnte hinweg erarbeitet. In Wolfsburg wurde dagegen in vergleichsweise kurzer Zeit ein Bundesligist herangezüchtet – mit immer mehr Geld vom zweitgrößten Autobauer der Welt. Nachdem die VfL-Verantwortlichen zwischenzeitlich ordentlich fehlinvestiert hatten, legten sie die VW-Millionen zuletzt gut an. Natürlich bietet eine Spitzenkraft wie Kevin de Bruyne eine gewisse Garantie für guten Fußball. Der momentane Erfolg der Wolfsburger basiert aber in erster Linie darauf, dass es Trainer Dieter Hecking offenbar gelungen ist, ein funktionierendes Kollektiv zu formen. Bei aller Spielkunst waren die guten Laufleistungen von Spielern wie Daniel Caligiuri (ehemals SC Freiburg) wichtige Erfolgsbausteine. Die Frage ist, ob der VfL in so einer Phase 30 Millionen Euro zahlen sollte, um André Schürrle zu verpflichten. Sicher, der Offensivspieler hat Qualität und ist obendrein Weltmeister. Ein gutes Aushängeschild also. Aber ist Schürrle so viel erfolgsversprechender als Caligiuri und Co.? In der Nationalmannschaft und beim FC Chelsea hat er sich nicht dauerhaft als Stammkraft etabliert. Einem 24-Jährigen kann dieser Schritt noch gelingen. Doch sollten die VfL-Macher das Risiko gut abwägen. Zumal die Wolfsburger wegen ihrer Transfergeschäfte bereits ins Visier des Europäischen Verbandes geraten sind. Dem FC Bayern ist das bislang nicht passiert.

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Autor: René Kübler