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10. Februar 2012

KOMMENTAR: Erfolgloser Sympathiekauf

1899 Hoffenheim und das Missverständnis Stanislawski.

Die kurze Zusammenarbeit zwischen 1899 Hoffenheim und Holger Stanislawski war nichts weiter als ein großes Missverständnis. Dietmar Hopp hatte gehofft, seinen Klub vom schlechten Image seines ungeliebten Retortenklubs befreien zu können. Ein Geschäftsmann, wie Hopp einer ist, versucht solche Dinge per Vertrag zu regeln. Einfach einen populären Trainer verpflichten – und schon fliegen einem die Sympathien zu. Hopp vergaß vor lauter Euphorie, dass St. Pauli nicht einfach in den Kraichgau importiert werden kann. Auch Stanislawski erlag diesem Irrtum. Die Mentalität (von Verein und Mannschaft) beim Kiezklub ist grundlegend anders als die in Hoffenheim. Während bei den Hanseaten Teamwork großgeschrieben wird und ein Coach genau in diesem belebenden Miteinander seine Stärken haben muss, scheint es in Hoffenheim seit einiger Zeit keine konstruktive Zusammenarbeit mehr zu geben. Immer öfter war von einem Team der Egoisten zu hören, in dem jeder für sich, aber nur in Ausnahmefällen für den anderen laufen wollte. Und in Phasen, in denen gar nichts mehr lief, wollten plötzlich alle weg. Aber auch Dietmar Hopp selbst ist Teil des Problems: Obwohl er stets betonte, Zurückhaltung üben zu wollen, blieb er bestimmend, nahm auf den sportlichen Bereich Einfluss, äußerte seine Ansichten stets auch öffentlich. Irgendwann ging die zunächst so harmonische Beziehung zu Ex-Trainer Ralf Rangnick in die Brüche, jene zu Stanislawski begann erst gar nicht richtig. Mit Letzterem wollte Hopp gerade noch acht Jahre zusammenarbeiten, nun fand er diese Idee nicht mehr so gut. Glaubwürdigkeit sieht anders aus. Sympathisch sein auch.

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Autor: René Kübler