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09. Juli 2012 18:18 Uhr

Sicherheit im Stadion

Pilotprojekt: Polizeihunde sollen Pyrotechnik erschnüffeln

Nach chaotischen Szenen bei einigen der letzten Bundesliga-Partien ist endgültig klar: Pyrotechnik soll aus deutschen Fußballstadien verbannt werden. In Hannover gehen nun Polizeihunde an den Start, um das verbotene Feuerwerk zu erschnüffeln.

  1. Rockey hat eine feine Nase für die Pyros. Foto: dpa

  2. Chico freut sich auf seinen Einsatz. Foto: dpa

Rockey und Chico sollen in Fußballstadien für Sicherheit und Ordnung sorgen. Nach kontroversem Streit um das Abbrennen von Rauchbomben, Feuerwerk und Raketen auf den Tribünen liegen Vereine, Deutscher Fußball-Bund und Sicherheitsbehörden auf einer Linie.

In einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt werden in Niedersachsen nun die beiden frisch ausgebildeten Polizeihunde Rockey und Chico den Kampf gegen das Einschmuggeln verbotener Feuerwerkstechnik aufnehmen. Der Golden Retriever und der Border Collie sollen bei Spielen der Erstligisten Hannover 96 und VfL Wolfsburg, auch aber in Braunschweig oder Osnabrück zum Einsatz kommen.

"Wir müssen alles daran setzen, dass Pyrotechnik nicht in die Stadien gelangt", sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) bei der Vorstellung der neuen Polizeihunde am Montag in Hannover. Die Gefahren seien oft nur unzureichend bekannt. Diese reichten von schweren Verbrennung über Gehörschäden bis zu abgerissenen Fingern und Händen, erläuterte Polizeihauptkommissar Thomas Prange.

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Zu chaotischen Szenen hatten Rauchbomben und Pyrotechnik im Saisonfinale unter anderem bei der Abstiegspartie des 1. FC Köln gegen Bayern München in Köln geführt oder bei dem Relegationsspiel von Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC.

"Wir haben keine normalen Polizeihunde ausgewählt, damit die Menschen keine Angst bekommen", sagte der Leiter der Polizeihundeausbildung in Hannover, Alfred Kaufhold. "Diese Hunde reizen eher zum Streicheln." Mit ihrem freundlichen Wesen hätten sie auch eine deeskalierende Wirkung beim Einsatz in den Stadien.

Die Familienhunde seien besonders sozialverträglich und gutmütig, auch wenn ein angetrunkener Fan eine unbedachte Bewegung mache. Die Gefahr, dass der Hund zubeiße, sei geringer. "Im normalen Polizeidienst können wir die Hunde aber nicht verwenden, die können nicht hinter einem Straftäter herrennen."

Hunde reagieren auf Verdächtiges

In nur elf Wochen wurden die beiden Rassehunde für das Auffinden von pyrotechnischen Materialien geschult. Entdecken sie etwas verdächtiges, reagieren sie mit Einfrieren - sie verharren regungslos an der verdächtigen Stelle, und der Polizeibeamte kann dort gezielt nachprüfen.

Auf der Suche nach Pyrotechnik hatte bislang nur die Bremer Polizei Hunde eingesetzt, allerdings gewöhnliche Sprengstoffsuchhunde, wie das Innenministerium erklärte. Die schnelle Beschaffung der beiden neuen vierbeinigen Kollegen war für die Polizei nicht einfach - Rockey kam aus Kroatien nach Hannover, Kollege Chico indes stammt aus der Landeshauptstadt.

Wenn sich die Hunde bewähren, solle auch den privaten Sicherheitsdiensten in den Stadien der Einsatz empfohlen werden, sagte Schünemann. "Das ist eine zusätzliche Maßnahme", geguckt werden müsse, wie sich die Hunde bewährten. Ihr Einsatz sei zunächst eher in den Fanblocks und nicht am Einlass geplant, wo mit zwei Hunden bei tausenden von Fans nicht viel ausgerichtet werden könne.

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Autor: Michael Evers, dpa


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