Der tiefen Schaffenskrise neueste Episode

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Fr, 16. März 2018

FC Basel

Nach 1:1 des FC Basel in Lausanne bekennt sich Sportchef Streller zu Trainer Wicky / Nun gegen Sion.

FUSSBALL (-di). Jean-Paul Brigger hatte in der Halbzeitpause vor den Kameras des Teleclubs den Befreiungsschlag herbeigesehnt. Der FC Basel, erklärte der 60-jährige Walliser, der als Delegierter des Verwaltungsrats formal für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg von Rot-Blau verantwortlich zeichnet, müsse "das Glück erzwingen". Vielleicht trage ja ein Tor "aus einem unmöglichen Winkel" zu jenem Erfolgserlebnis bei, das es brauche, damit dem FCB alles wieder leichter falle. Im Super-League-Nachholspiel der Basler beim FC Lausanne Sport gelang Michael Lang in der 60. Minute dann von der für ihn typischen Stelle nahe der Grundlinie von rechts tatsächlich das Führungstor. Aber in der 89. glich Simone Rapp zum 1:1-Ergebnis aus – und die tiefe fußballerische Schaffenskrise des Dauermeisters ist um eine Episode reicher.

Vor der Heimpartie am Sonntag gegen den FC Sion, der soeben mit einem 7:2-Sieg gegen den FC Thun die rote Laterne an die Berner Oberländer abgegeben hat, bleibt FCB-Sportchef Marco Streller nur das Eingeständnis, dass es für die zweitplatzierten Bebbi nicht mehr darum geht, auf die enteilten Berner Young Boys (16 Punkte und ein Spiel mehr) zu schauen, sondern "auch nach unten". Indes, die Mannschaft und Trainer Raphael Wicky, sagte Streller nach dem Schlusspfiff auf der Pontaise den Medien, hätten schon bewiesen, dass sie es können. Es sei daher das klare Ziel, mit dem Coach auch in die nächste Saison zu gehen. "Wir arbeiten weiter und versuchen zusammenzuhalten", so der Clubfunktionär.

"Irgendwie will es halt einfach momentan nicht", fasste Albian Ajeti nach dem erneut ungenügenden – weil biederen, fehlerhaften und oft unpräzisen – Basler Spiel die Ratlosigkeit in Worte. Der 21-jährige Stürmer, seit Mitte Februar erstmals wieder in der Startelf (auf Kosten von Ricky van Wolfswinkel), hatte – von Schiedsrichter Pascal Erlachner richtig erkannt – aus dem Abseits eingenetzt (54.) und immerhin das Tor Langs vorbereitet. "Wir haben uns wirklich den Arsch aufgerissen", fügte Ajeti im FCB-TV an. Aber Rechtsverteidiger Lang (diesmal für den gelbgesperrten Marek Suchy mit der Kapitänsbinde) konterte trocken: "Wir haben den Sieg nicht verdient." Und: "Was wir bieten, ist nicht FC-Basel-like." Nach dem Führungstor sei die Mannschaft "zu passiv geworden".

Trainer Wicky ärgerte sich nach dem dritten sieglosen Ligaspiel in Serie über das "unnötige" späte Gegentor, das Lausanne den zweiten (!) Punkt der Rückserie eintrug. Da nach einem eigenen Abstoß noch in einen Konter zu laufen – "das ist einfach nicht clever".

Schweizer Super League: FC Basel – FC Sion; Sonntag, 16 Uhr, St.-Jakob-Park