Rauswurf

Fehlstart kostet Basels Trainer Raphael Wicky den Job

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Fr, 27. Juli 2018 um 00:10 Uhr

FC Basel

Die wenig prickelnden Auftritte gegen St. Gallen und Saloniki hätten "deutlich gezeigt, dass Konsequenzen unumgänglich wurden", so der Klub. Interims-Teamchef wird ein früherer Dortmunder.

Drei Misserfolge zum Ende der Vorbereitung und zwei 1:2-Niederlagen zum Saisonstart in der Super League gegen den FC St. Gallen und in der Qualifikation zur Champions League bei PAOK Saloniki waren für die Verantwortlichen des FC Basel zu viel des Schlechten: Der Schweizer Fußball-Vizemeister trennte sich am Donnerstag von Trainer Raphael Wicky.

Zunächst für das Punktspiel bei Aufsteiger Neuchâtel Xamax am Samstag wurde der bisherige U-18-Coach und einstige Nationalstürmer Alex Frei (von 2006 bis 2009 bei Borussia Dortmund) zum Interims-Teamchef ernannt. Die – wenig prickelnden – Auftritte gegen St. Gallen und in Saloniki hätten "deutlich gezeigt, dass Konsequenzen unumgänglich wurden", schreibt der Klub.

Jünger, schlanker und baslerischer sollte der Kader werden: Wicky (als Spieler bei Werder Bremen und beim Hamburger SV) war im Sommer 2017 in Basel als Identifikationsfigur eines Umdenkens der neuen Vereinsführung um Präsident Bernhard Burgener und Sportchef Marco Streller vom U-21- zum Chefcoach aufgestiegen – und wurde jetzt selbst zum Opfer der Neuausrichtung.

Vorgänger Urs Fischer (jetzt Coach beim Zweitbundesligisten Union Berlin) war in zwei Jahren in Basel zweimal Meister geworden und hatte einmal den nationalen Cup gewonnen. Trotzdem musste er gehen. Unter Wicky, dem 41 Jahre alten Walliser, riss dann die stolze FCB-Serie von acht Meistertiteln. Die beste Champions-League-Kampagne in der 125-jährigen Klubhistorie schönte aber die Beurteilung des Trainers.

Anno 2018 haben die Rot-Blauen fünf Leistungsträger verloren – von Manuel Akanji (nach Dortmund) bis Michael Lang (zu Borussia Mönchengladbach). Wicky gelang es nicht, mit den Ersatzverpflichtungen – wie Fabian Frei und Valentin Stocker, den zwei Rückkehrern aus der Bundesliga – immer wieder eine neue leistungsfähige Einheit zu formen.