In Champions League nichts verloren

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Fr, 03. August 2018

FC Basel

FC Basel scheidet gegen PAOK Saloniki trostlos aus / Koller sitzt als neuer Trainer bereits am Samstag gegen Grasshoppers auf der Bank.

FUSSBALL. Es scheint unwirklich lange her zu sein, dass der FC Basel die Champions League rockte und erst im Achtelfinale scheiterte – an Manchester City. Indes, gerade mal fünf Monate später, nach dem Quali-Aus mit einem Heim-0:3 gegen PAOK Saloniki, hat Interimscoach Alex Frei freimütig bekannt: "So haben wir in der Champions League nichts verloren." Der neue Cheftrainer Marcel Koller steht bereits beim Super-League-Spiel des FCB am Samstag gegen seinen Stammverein Grasshoppers Zürich an der Seitenlinie.

Mit Koller soll ein Trainer alter Schule den leck gelaufenen FCB-Dampfer wieder flott machen. Der 57-jährige Zürcher hat am Donnerstag in Basel einen Zweijahresvertrag unterschrieben und bekannte vor der Presse, dass es "natürlich speziell für mich" sei, zum Start just das Duell mit den Hoppers vor der Brust zu haben. Mit GC gewann er als Spieler von 1982 bis 1996 sieben Mal den Meistertitel und fünf Mal den Schweizer Cup. Als Trainer (von Januar 2002 bis zur Entlassung im Oktober 2003) führte er den Klub anno 2003 zur Meisterschaft. Derzeit steht bei GC der frühere FCB-Coach Thorsten Fink in der Verantwortung – nach zwei Saisonspielen ohne Punkt ganz unten, derweil die Bebbi einen Zähler vorweisen.

Als Nationaltrainer von Österreich, der er von 2011 bis Ende 2017 war, habe er "das tägliche Training vermisst", sagte Koller bei deiner Vorstellung. "Mit vollem Enthusiasmus" wolle er dazu beitragen, "dass der Kübel wieder in Basel bleibt". Mit den beiden neuen Assistenten Carlos Bernegger und Thomas Janeschitz, die ihm von seinen Stationen bei GC und in Österreich vertraut sind, will Koller eine Mannschaft formen, die "aktiv verteidigt und nicht lange abwartet" und die mit "schnellen Kombinationen" zu "Präsenz im gegnerischen Sechzehner" kommt. Der Stab des vor einer Woche entlassenen Raphael Wicky (mit Ex-Kapitän Matias Delgado) muss fast komplett gehen.

Sang- und klanglos ist der Schweizer Vizemeister gegen den griechischen Vizemeister und Pokalsieger Saloniki in der zweiten Qualifikationsrunde der Königsklasse hängengeblieben und muss nun in der Europa-League-Quali ran (nächsten Donnerstag zunächst auswärts bei Vitesse Arnheim aus den Niederlanden oder Viitorul Constanta aus Rumänien). Auf die 1:2-Niederlage bei PAOK ließ der FCB vor 14 300 Zuschauern im St.-Jakob-Park eine 0:3 (0:1)-Pleite folgen.

"Wir müssen zusammenfinden und eine Mannschaft werden", erklärte Silvan Widmer, der neue Rechtsverteidiger, am Mittwochabend vielsagend. Nothelfer Frei mochte den Rot-Blauen nicht absprechen, "sehr willig" in die Partie gegangen zu sein, die Gäste aber hätten sich das Weiterkommen (in die dritte Qualirunde gegen Spartak Moskau) "absolut verdient", weil sie "effizienter, robuster und böser im positiven Sinn" aufgetreten seien. Dem Bebbi-Team, das er als "zu wenig erwachsen" sieht, schrieb der etatmäßige U-18-Trainer und einstige Torjäger ins Stammbuch: "Wir müssen härter zu uns selber werden." "Mehr Gier" werde am Ende "immer belohnt".

In der Tat: PAOK war wacher, vifer und – wenn auch mit weniger Ballbesitz – klar torgefährlicher als die zu träge, zu durchsichtig und zu unpräzise agierenden Basler. Dass Fernando Varela (7. Minute), Aleksandar Prijovic (52.) und Omar El Kaddouri (60.) zum Gästesieg trafen, entsprach denn auch der Logik, wenngleich FCB-Schlussmann Jonas Omlin, der dreimal chancenlos war, hinterher zu Recht "dumme individuelle Fehler" beklagte, die jeweils zu Beginn der Halbzeiten prompt bestraft worden seien und zu den wegweisenden ersten beiden Gegentoren geführt hätten.

Super League: FC Basel – Grasshoppers Zürich; Samstag, 19 Uhr, St.-Jakob-Park