"Solche Siege tun einfach gut"

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Fr, 09. März 2018

FC Basel

FC Basel hofft nach 2:1-Coup in der Champions League bei Manchester City auf neuen Schwung in der Meisterschaft / Luzern wartet.

FUSSBALL (-di). Vor der Reise des FC Basel in den Nordwesten von England hatte Michael Lang der Aargauer Zeitung gesagt: "Es ist ein bisschen ein Entkommen aus dem Alltag." Pleiten und Spielabsagen in der nationalen Super League, das Aus im Cup – da bot sich dem Schweizer Meister der letzte Auftritt auf der großen Bühne der Champions League mit der Retourpartie im Achtelfinale bei Manchester City als Chance zur Befreiung. Mit dem 2:1 (1:1)- Coup im Etihad-Stadion haben die Bebbi nicht nur die 0:4-Pleite von Basel ein Stück weit korrigieren, sondern sich in der Tat auch der eigenen Stärke (rück-)versichern können. "Solche Siege tun einfach gut, jetzt müssen wir diese Leistung auch in der Liga wieder abrufen", befand Lang vor dem Rückflug in den Nordwesten der Schweiz. Mit dem finalen Treffer in der 71. Minute hatte der 27-Jährige zuvor entscheidend zu dem aufbauenden Resultat beigetragen.

Und Lang, schon beim 1:0-Erfolg im Gruppenspiel gegen Manchester United der goldene Torschütze, steht zusammen mit Mohamed Elyounoussi, der nach der Führung von Man City durch Gabriel Jesus (8.) für den Ausgleich sorgte (17.) und dann die Vorarbeit zum zweiten Basler Treffer leistete, sinnbildlich für die Wiederauferstehung der Rot-Blauen. Im erfolgreichen Spätherbst waren sie beide Hauptdarsteller gewesen, um nach der Winterpause mit dem und im Kollektiv in eine Baisse zu fallen. Nun führten sie den FCB zum – für Elyonoussi "verdienten" – Überraschungssieg beim entrückten Spitzenreiter der Premier League.

"In solchen Spielen kann man als Team wachsen", hatte Gästetrainer Raphael Wicky vor dem Anpfiff des Duells mit der "Übermannschaft" des Berufskollegen Pep Guardiola gesagt – und sollte zumindest in der Wertung der 90 Minuten bestätigt werden. Im 3-4-3-System, wie es der FCB-Coach als Sternenliga-Standard etabliert hat, bot der Außenseiter dem Favoriten Paroli, suchte und fand gerade in der zweiten Halbzeit seine (Konter-)Möglichkeiten. Fabian Frei gefiel in seiner neuen Rolle als zentraler Abwehrmann, Geoffroy Serey Die räumte davor aufopferungsvoll ab, verlor aber die Bälle allzu oft wieder, Luca Zuffi ist nach seiner Fußoperation zurück als Mann der Ruhe und der Übersicht. Man City erlitt die erste Heimniederlage seit Dezember 2016 mit einem Passspiel ohne Stringenz. Guardiola nahm nur Leroy Sané von der Kritik an seiner Elf aus, die da lautete: "Man muss den Ball passen, um anzugreifen. Passen nur um zu passen, ist nichts."

Nach der besten Champions-League-Kampagne der 125-jährigen Clubhistorie (mit zwölf Punkten in der Gruppenphase) ruft die Basler wieder die Alltagspflicht: Um in der Super League die führenden Berner Young Boys (14 Punkte und zwei Spiele voraus) noch einzuholen, bedarf es einer Bestätigung der Königsklassenform zunächst beim FC Luzern (Rang sechs) und dann am kommenden Mittwoch im Nachholmatch beim FC Lausanne Sport.

Super League: FC Luzern – FC Basel, Sonntag, 16 Uhr, Swissporarena (SRF 2)