An Mourinho scheiden sich die Geister

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Von dpa

Mi, 29. August 2018

Fussball International

Pfiffe und Häme: Schlechtester Start von ManU seit 26 Jahren.

MANCHESTER (dpa). Sein bizarrer Auftritt bei der Pressekonferenz dauerte nur wenige Minuten, dann hatte José Mourinho genug. "Respekt, Respekt, Respekt, Mann", forderte der wütende Coach von Manchester United nach dem 0:3 gegen Tottenham Hotspur. "Dreimal Premier League, ich hab’ mehr Premier-League-Titel geholt als die anderen 19 Trainer zusammen." Dass Mourinho dünnhäutig an seine früheren Erfolge erinnerte, zeigt, wie frustriert der einst als "the special one" gefeierte Trainer derzeit ist.

"José dreht durch", schrieb das Boulevard-Blatt Sun. Erst am Freitag war Mourinho 30 Minuten zu früh zur Pressekonferenz gekommen und nach nicht mal fünf Minuten wieder verschwunden. Die britische Zeitung Independent befand jetzt: "Es könnte kein deutlicheres Bild geben von einem Mann, der mit dem Rücken zur Wand steht."

Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 26 Jahren ist die Lage beim Fußball-Rekordmeister spürbar angespannt. Pfiffe ertönten. Vize-Klubchef Ed Woodward sah die 0:3-Heimpleite mit versteinerter Mine von der Tribüne und hörte die Spottgesänge der Tottenham-Fans für Mourinho: "Du wirst morgen früh gefeuert."

Nach einer Trennung sieht es trotz der Krise nicht aus. Zwar forderten in sozialen Medien einige Fans den Rauswurf des Portugiesen und schlugen den ehemaligen Real-Madrid-Coach Zinedine Zidane als Nachfolger vor. Doch im Stadion bot sich ein anderes Bild. Die noch anwesenden Fans applaudierten trotz der Niederlage – auch dem Coach. "Ich habe heute den Beweis bekommen, dass die Fans den Fußball am besten beurteilen können", sagte Mourinho, der sich beim "großartigen Publikum" auf dem Platz bedankte.