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Real und Atlético Madrid kämpfen um den Supercup

dpa

Von dpa

Di, 14. August 2018 um 18:38 Uhr

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Erstmals wird ein Stadtderby über den Sieger des Uefa-Supercups entscheiden. Im estnischen Tallinn treffen am Mittwoch die Madrider Rivalen Real und Atlético aufeinander.

Für Ex-Weltmeister Toni Kroos und seine Teamkollegen von Real Madrid wird es ernst. Im Spiel um den europäischen Supercup gegen Stadtrivale Atlético startet der Champions-League-Sieger der vergangenen drei Jahre am Mittwoch (21 Uhr/Sky) in Tallinn in das ungewisse Jahr eins nach CR7. Erstmals seit 2009 muss der Klub ohne Weltfußballer und Tormaschine Cristiano Ronaldo auskommen. Die sich mutmaßlich daraus ergebenden Probleme räumte Kroos erst vor wenigen Tagen im Kicker ein: "50 Tore pro Saison sind nicht so einfach zu übertragen."

Erstmals seit 2009 ohne Cristiano Ronaldo

Nicht nur der in Unfrieden verabschiedete Ronaldo wird fehlen. Auch Erfolgstrainer Zinédine Zidane verließ nach Abschluss der vergangenen Saison den Klub auf eigenen Wunsch. Werden die verwöhnten Fans in der Übergangsphase Geduld aufbringen? Der neue Coach Julen Lopetegui erwartet keine Schonfrist. "Real hat die Pflicht, alles zu gewinnen", sagte der Mann, der im Juni kurz vor WM-Start wegen seines Wechsels zu Real als Spaniens Nationaltrainer gefeuert wurde.

Weder Neymar noch Mbappé lassen sich zu Real locken

Schon vor dem Wechsel von Ronaldo für 112 Millionen Euro zu Juventus Turin hatte Klubboss Florentino Pérez vergeblich versucht, einen seiner beiden Wunschstürmer, den Brasilianer Neymar oder den französischen Weltmeister Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain loszueisen. Zur Freude des neuen PSG-Trainers Thomas Tuchel ließen sich die katarischen Klubchefs aber nicht erweichen. Auch andere namhafte Profis wie Harry Kane, Eden Hazard, Mohamed Salah und auch Bayern-Stürmer Robert Lewandowski waren im Gespräch. Verpflichtet wurden bislang aber nur Torwart Thibaut Courtois, Außenverteidiger Álvaro Odriozola und der erst 18 Jahre alte Stürmer Vinicius Júnior.

Die Fans in Madrid sind nicht ohne Grund nervös und skeptisch. Denn nun lastet die Verantwortung vorne auf den Schultern von zwei Profis, die bisher nur selten den Erwartungen gerecht wurden: Karim Benzema und Gareth Bale. Der Franzose traf vorige Saison in 47 Pflichtspielen nur zwölf Mal. Bale zeigte zwar einige sehr gute Leistungen, fiel aber auch durch Verletzungen und Lustlosigkeit auf.

Für Tore könnten auch Asensio und vielleicht Vinicius Jr. sorgen. Aber spanische Medien berichten, Lopetegui wisse und fordere auch, dass ein treffsicherer Stürmer geholt werden müsse. Eine Pleite gegen Atlético könnte Pérez dazu bewegen, doch noch auf Einkaufstour zu gehen.

Es wird der 15. Triumph eines spanischen Klubs werden

In der kleinen, nur 13 000 Zuschauer fassenden Le Coq Arena der estnischen Hauptstadt, wo er 2012 als Trainer der spanischen U-19-Auswahl die EM gewann, wird Lopetegui im insgesamt 216. offiziellen Madrider Stadtderby auf den verletzten Odriozola verzichten müssen und Kroatiens WM-Star Luka Modric wegen späten Trainingsbeginns zunächst auf der Bank lassen.

Europa-League-Sieger Atlético um Trainer Diego Simeone, der wegen einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen muss, setzt wie in der Vergangenheit auf eine starke Abwehr sowie auf seine Doppelspitze mit Weltmeister Antoine Griezmann und Diego Costa.

Wer den 58 Zentimeter hohen und 12,2 Kilogramm schweren Pokal in die Höhe recken wird, steht erst am Mittwochabend fest. Etwas wird sich beim Supercup aber erneut nicht ändern: Zum fünften Mal in Serie wird ein Verein der Primera División den Titel holen. Die Teams der LaLiga werden somit neun der letzten zehn Spiele um den Uefa-Super-Cup gewonnen haben. In die Phalanx der Spanier konnte in dieser Zeit nur der FC Bayern München 2013 eindringen. In den vergangenen neun Jahren gab es drei Triumphe für Real (zuletzt zweimal in Serie), drei für den FC Barcelona und zwei für Atlético. Es wird der insgesamt 15. Triumph für ein spanisches Team sein.