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23. Juni 2012 12:49 Uhr

Fußball-EM

Deutschland überzeugt – Löw mit mutigen Wechseln

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im Halbfinale. Beim 4:2-Sieg gegen Griechenland überzeugte das Team von Joachim Löw vor allem spielerisch – nicht zuletzt, weil der Bundestrainer mutige Personalentscheidungen traf.

  1. Joachim Löw hat die deutsche Nationalmannschaft ins EM-Halbfinale dirigiert – und heimst für seine offensiven Wechselspiele reichlich Lob ein. Foto: dapd

Wenn Deutschlands beste Fußballspieler bei Turnieren Großes vollbringen, ist der anschließende Damenbesuch obligatorisch. Auch diesmal, nach dem Erfolg gegen die Griechen, schaute Angela Merkel in der Kabine vorbei. "Sie fand es schön, wie wir gespielt haben", verrät Mesut Özil hinterher. Wobei Merkel selbst zugibt: "Anfangs habe ich gebibbert." Was nichts mit den wenig sommerlichen Temperaturen zu tun gehabt hatte.

Auch war die Partie im Grund nicht wirklich spannend. Nur ließ sich das deutsche Team ein bisschen lange Zeit, die eigene Überlegenheit mit Toren klar zu dokumentieren. Nicht nur nach dem Geschmack des prominentesten unter den weiblichen Fans. Auch Joachim Löw hat fast eine Halbzeit lang gelitten, weil er mitansehen musste, wie seine Akteure Chance um Chance vergaben. "Wir haben es versäumt, früh in Führung zu gehen", kritisierte der deutsche Coach.

Dabei hatte Löw alles dafür getan, seinem Team das Fußballeben im Duell mit den griechischen Abwehrfetischisten zu erleichtern. Gomez, Podolski und Müller raus, Schürrle, Klose und Reus rein – Löw war mutig an die Umgestaltung seiner Startformation herangegangen. Mehr Bewegung, mehr Kombinationsspiel mussten gegen einen Gegner her, dessen Qualität im Vorfeld häufig mit folgenden Baustoffen umschrieben wurde: Beton und Granit.

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"Das ist schon eine kuriose Mannschaft." Löw über den griechischen Gegner
Den Deutschen gelang es dann auch überraschend schnell, das kompakte griechische Abwehrgebilde zu durchdringen. Dank der Mitarbeit von Klose und Reus fand Özil endlich in seine Gestalter-Rolle. Hätten sich seine Kollegen und er ihre spielerische Präzision bis zum finalen Akt bewahrt, dieses EM-Viertelfinale wäre schon früh eine eindeutige Angelegenheit gewesen. "Wir hatten Riesenmöglichkeiten", erinnert sich Philipp Lahm später. "Aber wir haben es uns unnötig schwer gemacht."

Auch der Führungstreffer des Kapitäns (39.) war noch nicht der entscheidende Schritt. Ein Ballverlust, ein Konter – und wie aus dem Nichts hatte Samaras auf 1:1-Gleichstand gestellt (55.). "Das ist schon eine kuriose Mannschaft", wundert sich Joachim Löw rückblickend über die Griechen, die seiner Elf kurzzeitig demonstriert hatten, wie Effektivität aussieht. Und das ganz ohne fußballerisches Vermögen. "Das darf uns nicht passieren", stellt Löw klar.

Neuer Weltrekord: 15. Sieg in einem Pflichtspiel in Folge

Bereits sechs Minuten nach dem griechischen Überraschungscoup begann sich Löws Ärger jedoch schon zu verflüchtigen. Der starke Sami Khedira wuchtete den Ball wütend zum 2:1 in die Maschen. Danach waren die Deutschen von ihren Kontrahenten nicht mehr aufzuhalten. "Wenn man so lange so hart arbeitet, dann ist man irgendwann einfach erschöpft", räumt der griechische Trainer Farnando Santos ein. Die Tore sind dann zwangsläufig gefallen", bekräftigt sein Gegenüber Löw.

Klose per Kopf (68.) und Reus (74.) erhöhten auf 4:1, die Partie war entschieden, auch wenn Salpingidis per Handelfmeter noch zum 2:4 traf (89.). "Wir haben es ein bisschen spannend gemacht, dann aber rechtzeitig wieder das Tempo hochgefahren", resümiert Sami Khedira zufrieden. "Es ist keine Frage, dass wir der klar verdiente Sieger sind", ergänzt Löw.

Ärger mit dem Maulwurf

Dem Europameister von 2004 hatte es auch nichts genützt, dass Löws geheim gehaltener Wechselplan mit Klose, Reus und Schürrle wenige Stunden vor dem Anpfiff publik geworden war. "Das ist nicht in meinem Sinne, wenn das passiert", sagte der Chefcoach zum Leck im innersten Zirkel der Nationalmannschaft.

Direkt aus der Mannschaft sollen die eigentlich geheimen Informationen aber nicht kommen. "Das kann ich mir nicht genau erklären, woher das kommt. Die Spieler reden mit ihren Beratern, vielleicht gibt das da einer weiter", sagte der Bundestrainer nach dem 4:2 in Danzig und fügte an: "Das ist nicht in meinem Sinne und nicht so gut, wenn die Karten so früh auf dem Tisch liegen." Er habe das mannschaftsintern bereits "thematisiert.

Es ist klar, dass die Spieler mit Freunden oder Beratern telefonieren, sei es aus Freude oder Enttäuschung. Von den Spielern kommt das aber nicht, diese Rückversicherung habe ich. Es sind andere Kanäle, aber letztendlich nicht nachzuvollziehen."

"Beide Mannschaften sind sehr unangenehm. England ist viel besser als 2010, bei Italien ist es ähnlich." Joachim Löw über die möglichen Gegner im Halbfinale
So selbstverständlich der Sieg gegen Griechenland letztlich gewesen sein mag, so grandios ist die inzwischen die Gesamtleistung der deutschen Mannschaft. 15 Pflichtspiele in Folge hat sie inzwischen gewonnen – das bedeutet Weltrekord.

Am Sonntagabend können Löw und seine Spieler nun entspannt und gebannt zugleich vor dem Fernseher den Halbfinalgegner beobachten - England oder Italien. "Beide Mannschaften sind sehr unangenehm. England ist viel besser als 2010, bei Italien ist es ähnlich. Alle Mannschaften, die ins Halbfinale kommen, sind Titelanwärter", sagte Löw. "Mir wäre England lieber, aber es ist einfach schön, dass es im Halbfinale zu einem Klassiker kommt", kommentierte Lahm.

Zum vierten Mal in Folge hat die DFB-Elf bei einem großen Turnier die Runde der letzten Vier erreicht. Mehr Stabilität geht kaum. "Das ist einfach eine Klasseleistung", schwärmt Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Dann fügt er noch einen Satz an, der für die Konkurrenz wie eine Drohung klingen muss: "Es ist noch nicht zu Ende." Dieser Mannschaft, so Niersbach, sei alles zuzutrauen. Wenn das so ist, denkt Angela Merkel da wohl. Zumindest sieht sich der deutsche Damenbesuch umgehend veranlasst, einen Auftrag zu erteilen, quasi von höchster Stelle: "Weiter so!"

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Autor: René Kübler und unseren Agenturen


5 Kommentare

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3991

23. Juni 2012 - 13:43 Uhr

Maulwürfe sind normalerweise Sympathieträger. Wenn sie es mal nicht sind, dann kann man ja entsprechend mit ihnen umgehen:

http://lesen-ohne-grenzen.de/content/e1778/e1787/index_ger.html

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Kai Fischer  

Kai Fischer

Registriert seit: 17.09.2009

Kommentare: 1186

23. Juni 2012 - 19:29 Uhr

Vielleicht sind in der Unterkunft der deutschen Mannschaft ja gar keine Maulwürfe unterwegs, sondern ein paar Wanzen...?

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1079

23. Juni 2012 - 19:39 Uhr

Das waren sicher BILD-Wanzen !

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Ammar Ulabi™  

Ammar Ulabi™

Registriert seit: 08.05.2009

Kommentare: 3991

24. Juni 2012 - 02:14 Uhr

Wann immer ein Maulwurf zu Tage sich gräbt, dann sieht er trotz Blindheit als erstes das Licht der ... :

http://www.handelsblatt.com/sport/em2012/internationale-pressestimmen-oh-nein-die-deutschen-seite-all/6790270-all.html

Zitat:
„Griechenland verlässt Euro! Ein Rettungsschirm? Nein, ein Rausschmiss durch den 4:2-Sieg der Deutschen.“ - „Rolls Reus! Oh nein, die Deutschen warten! Vorausgesetzt, England kommt ins Halbfinale. (...) Die Deutschen haben die Griechen gegrillt.“

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Klemens Kuch  

Klemens Kuch

Registriert seit: 17.08.2009

Kommentare: 50

24. Juni 2012 - 12:31 Uhr

Ein mit Frottee geschützter Ulabi-TM mit gewohnt klarem Blick auf das Wesen-tliche.
Da fällt einem ein : "Nivea for Ammar"
(blos die sprechblas kann ich nich "lesen")
Gruß - Kuch (-XS)

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