Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

02. Januar 2010

"Team ist reifer geworden"

Bundestrainer Joachim Löw äußert sich zu wichtigen Aspekten des Fußball-Jahres 2010.

BERLIN (dpa). Per Handschlag hat Joachim Löw (49) seinen Vertrag als Bundestrainer schon bis 2012 verlängert. Die offizielle Unterschrift ist für demnächst angekündigt. Für den Fußball-Lehrer aus Freiburg soll 2010 ein Höhepunkt seiner Trainer-Karriere werden. Löw möchte sich in eine Reihe mit den Weltmeister-Trainern Sepp Herberger (1954), Helmut Schön (1974) und Franz Beckenbauer (1990) stellen. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur geht Löw auf Aspekte des Fußball-Jahres ein, dessen Höhepunkt die WM in Südafrika ist (11. Juni bis 11. Juli).

Löw zur Entwicklung seiner Mannschaft und den Ansprüchen 2010: "Das Vertrauen in die Mannschaft ist vorhanden, weil wir in den vergangenen drei, vier Jahren gesehen haben, dass wir taktisch sehr gut sind. Das Team ist vor allem reifer geworden. Wenn wir uns gut vorbereiten können, dann kann die Mannschaft ein sehr gutes Turnier spielen. Selbstverständlich wollen auch wir versuchen, so weit wie möglich zu kommen und das Turnier zu gewinnen."

Löw zu Mesut Özil:
"Er hat im vergangenen Jahr enorme Fortschritte gemacht, auch auf internationalem Parkett mit Werder im Europacup oder mit der Nationalmannschaft gerade in dem wichtigen Spiel in Russland. Auf der anderen Seite ist es sein erstes Turnier, und das ist immer eine besondere Herausforderung. Aber er hat enorme Möglichkeiten. Deshalb denke ich, dass er im WM-Jahr eine wichtige Rolle einnimmt."

Werbung


Löw zu den Möglichkeiten mit Özil: "Mesut bietet uns die taktische Möglichkeit, im System noch besser zu variieren, weil er hängenden Stürmer, aber auch auf einer Halbposition spielen kann. Das macht er ohne Umstellungsprobleme. Seine Spielart gibt mir als Trainer die Möglichkeit, mal zwei, drei Dinge auch während des Spiels zu verändern. Weil er seine Rolle sehr gut annehmen kann."

Löw zu den Chancen von weiteren Nachrückern wie Thomas Müller und Toni Kroos:
"Diese Möglichkeit gibt es schon. Weil es noch enorm viele Bundesliga- und Europapokalspiele gibt, in denen sie auf sich aufmerksam machen und ihre Klasse beweisen können. Beispielsweise wird Thomas Müller weiter beobachtet. Er hat sich sportlich gut entwickelt. Junge Spieler können durchaus noch einen Sprung machen in den nächsten Monaten."

Löw zu einer möglichen Nominierungs-Überraschung wie vor der WM 2006 mit David Odonkor:
"Das hängt von der Situation ab. Müller ist ja zumindest schon im Fokus, das war Odonkor nicht. Es wird nicht immer diese Überraschung geben, dass einer, der noch überhaupt keine Rolle gespielt hat, urplötzlich dabei ist."

Löw zum WM-Turnier 2010:
"Es wird ein reizvolles, aber auch ein schwieriges Turnier mit Bedingungen, die wir bisher noch nicht so genau kennen. Es gibt extreme Höhenunterschiede bei den Spielorten von Kapstadt auf Meereshöhe bis Johannesburg in 1700 Metern Höhe. Dazu ist Winterzeit."

Löw zur Sicherheit in Südafrika:
"Sicherheit ist natürlich ein wichtiger Aspekt. Aber ich gehe davon aus, dass der Internationale Fußball-Verband und Gastgeber Südafrika alles dafür tun werden, dass der Sicherheitsaspekt bei allem entsprechend berücksichtigt wird. Südafrika präsentiert sich der ganzen Welt, da werden auch alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen."

Löw zu den Auswirkungen für das Team:
"Wir können uns sicher nicht so frei bewegen wie bei der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 und bei der Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich. Darauf muss sich die Mannschaft einstellen. In der täglichen Arbeit wird es keine Auswirkungen haben."

Autor: dpa