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14. November 2017

Zweite Liga

Gewichtheber des KSV Lörrach holen sechs Punkte gegen AV Speyer II und AC Weinheim

Zweitliga-Gewichtheber des KSV Lörrach mischen nach Doppelsieg in der Spitzengruppe mit / Neuzugang Beata Jung glänzt bei Debüt.

  1. Mit mentaler Stärke nah an der Bestleistung: die Ungarin Beata Jung bei ihrem Debüt in der Haagener Schlossberghalle Foto: Markus Schächtele

  2. „Lockerer Wettkampf“: Moritz Huber Foto: Markus Schaechtele Fotografie

GEWICHTHEBEN Zweite Bundesliga (BZ). Optimale Ausbeute für den KSV Lörrach: Beim Dreierwettkampf gegen den AV Speyer II und den AC Weinheim holten die Zweitliga-Gewichtheber alle sechs Punkte. Klopfen die Lörracher nun sogar ans Tor zur Bundesliga?

Rund 100 Kilogramm in die Höhe zu stemmen kann so spielerisch leicht aussehen. Zumindest wenn man in das Gesicht von Beata Jung blickt. Mit einem Lächeln hielt sie die Hantel in die Höhe, als wäre es ein Klacks. 136 Punkte erzielte die 23-jährige Ungarin, "eine klasse Leistung", freute sich die KSV-Vorsitzende Teresa Huber über Jungs Debüt für die Lörracher. Im Reißen (97 kg) blieb sie nur ein Kilogramm unter jener Marke, welche ihr Gold bei der U-23-Europameisterschaft beschert hatte, "und im Stoßen nur zwei Kilogramm unter ihrer Bestleistung". Jene 111 kg verfehlte sie im letzten Versuch.

Sicher, die Ungarin soll jene Lücke schließen, die Tabea Tabel (AC Mutterstadt) hinterlassen hat, doch war ihr Ergebnis keine Selbstverständlichkeit. Da waren die Strapazen der Vorwochen, zudem ein neues Umfeld – und ein neuer Ablauf. Orientiert sich bei internationalen Wettkämpfen die Reihenfolge an den Gewichten, heben die Athleten in der Bundesliga im Block, sprich alle drei Versuche nacheinander. "Anfangs war sie noch ein bisschen nervös", sagte Huber. Doch all das hatte auf Jungs Leistung keinen Einfluss, "das zeigt ihre mentale Stärke".

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Den zweitbesten Tageswert erzielte Moritz Huber. Nach der EM-Teilnahme und DM-Gold ging er nach Absprache mit dem Bundestrainer in der Liga nicht an seine Leistungsgrenze. "Es war ein lockerer Wettkampf ", sagte Teresa Huber. Mit "Warmmachversuchen" erreichte ihr Sohn 125,0 Punkte, er blieb als einziger Lörracher fehlerfrei.

Im Stoßen lag der KSV nur 3,4 Punkte vor Speyer, ließ den bisher ungeschlagenen Tabellenführer (523,0) aber ebenso wie Weinheim (475,0) in allen Wertungen hinter sich. Die Lörracher erzielten mit 560,9 Zählern den zweitbesten Saisonwert der 13 Zweitligisten, nur Speyer II war beim Auftakt (584,9) besser, seinerzeit allerdings durch Erstligaheber Björn Günther verstärkt.

Insgesamt stellte Teresa Huber zu viele ungültige Versuche fest, wobei beispielsweise Markus Kerimov nicht richtig fit gewesen sei, und Camilla Valduga noch den DM-Wettkampf in den Knochen hatte. So hat der KSV "noch Luft nach oben", sagte Huber, "was ja aber auch gut ist." Heißt: Bessere Resultate in der Saison sind realistisch – und damit weitere Siege.

Auf einmal haben die Lörracher "die Möglichkeit, vorne mit dabei zu sein", sagt Teresa Huber. Zurückhaltend war der KSV in die Saison gegangen, doch die Werte der Konkurrenz und das eigene Potenzial lassen mehr zu. Beim nächsten Dreierwettkampf in Langen (16. Dezember) besteht sogar die Chance, als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen. Abwegig erscheint ein Bundesliga-Aufstieg nicht, obgleich der KSV gut überlegen müsste, ob er zu stemmen wäre.

Den ersten Dreierwettkampf bewertete Teresa Huber positiv – da spannend und mit mehr Leuten in der Halle. Und da gab es noch eine positiven Nebeneffekt: "Es ist schön, wenn man zwei Wettkämpfe auf einmal gewinnt", sagte Teresa Huber und lachte.

Ergebnisse: Benseven (63,5 Kilogramm): Reißen: 59 Kilo/29,5 Punkte – Stoßen: 80 Kilo/50,5 Punkte; Valduga (65,0): 58/27,0 – 72/41,0; Huber (68,6): 113/48,0 – 142/77,0; Jung (68,6): 97/62,0 – 109/74,0; Gottsein (74,7): 101/28,5 – Hofmann (80,6): 120/39,4; Kerimov (78,4): 110/32,0 – 130/52,0.

Autor: bz