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14. März 2009

Die Angst spielt mit Handball

Akteure der HR Ortenau bekommen den Kopf nicht frei .

WILLSTÄTT (wok). Für Handball-Ästheten war am Freitag die Partie der zweiten Bundesliga nichts mehr. Es spielte Not gegen Elend beim Gastspiel des Tabellenletzten HG Oftersheim-Schwetzingen bei der vorwiegend gegen die drohende Insolvenz kämpfenden HR Ortenau. Das Ergebnis könnte allein statistischen Wert haben. Die Gastgeber siegten mit 29:22 (12:11) und feierten den neunten Heimsieg der Saison. Verbindliche Auskünfte, wie es mit der Insolvenz weitergehe, gab es keine.

Die Reihe der Optimisten scheint zu bröckeln. Die Spendenaktion stagniert ein wenig, auf dem Treuhandkonto sind derzeit 188 500 Euro. Noch trennen etwas mehr als 60 000 Euro die HRO vom rettenden Ufer. "Wir nutzen jeden Tag", sagte das Beiratsmitglied Helmut Hilzinger. Ohne den Verletzten Matthias Ritschel, aber mit den angeschlagenen Grzegorz Garbacz und Vladimir Temelkov, schmolz das Häuflein der zwölf Akteure gerade noch auf ein spielfähiges Maß zusammen. So waren über weite Strecken auch die Aktionen. Gegen eine offensive Abwehr der Kurpfälzer war den Ortenauer Ballwerfern anzumerken, dass die Gedanken von der Sorge um die eigene Zukunft geprägt waren. "Jetzt spielt doch endlich mal", brüllte Torwart Daniel Sdunek beim 5:8 (16.) ins Spiel. Es half etwas bei der Konzentration, der Qualität der Partie schien nicht mehr zu helfen zu sein. Letztendlich setzte sich die bessere individuelle Qualität der Akteure durch. "Es ist ein Kunstwerk", sagte Trainer Goran Suton, "in unserer Situation den Kopf für 60 Minuten frei zu bekommen." Namentlich Torhüter Daniel Sdunek setzte die letzten moralischen Reserven des Teams frei, gab der Partie den kleinen Schub, der zum Erfolg reichte. Nach dem 16:16 (43.) wurden die Gäste distanziert.

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Autor: wok


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