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09. Februar 2009

Vertrauen gegen Vertrauen oder Gala von Jens Schöngarth

NACHSPIEL: Der 20 Jahre alte Juniorennationalspieler wirft die HR Ortenau fast im Alleingang zum Erfolg.

HANDBALL 2. BUNDESLIGA: HR Ortenau – EHV Aue 30:28 (12:12). "Bin ich ehrlich, möchte ich hierbleiben." Dies sagte Vladimir Temelkov. Und der Beifall in der Hanauerlandhalle brandete auf. Seine junge Familie und er fühlen sich in der Ortenau sehr wohl, sagte der mazedonische Nationalspieler, dessen Vertragsverhandlungen anstehen. Gefühle, die sich Profisportler eigentlich nicht leisten können. Menschliche Sympathie zählt nicht. Sport ist Geschäft. Dies wird auch Martin Valo denken, der dem Vernehmen nach seine letzte Saison in der Ortenau arbeitet. 

Einer blieb bei der HRO und bestätigte seine Unterschrift unter einen Zweijahresvertrag mit einem befreiten Auftritt am Freitag. Jens Schöngarth, der lange Linkshänder, unterstrich vor den Augen des Junioren-Bundestrainers Martin Heuberger, dass er das Formtief des Sommers überwunden hat. Mit einer eindruckvollen Vorstellung rettete er sein Team über einen sehr holprigen Rückrundenauftakt. "Wir haben gut trainiert in den vergangenen Wochen", begründete er seinen fast lupenreinen Auftritt. Sicher steht unter dem Strich die Mannschaftsleistung als Erfolgsgarant. Aber Jens Schöngarth war der Akteur, der immer dann traf, wenn die Not am Größten war. Das war oft so, wie seine zwölf Treffer belegen.

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Noch ein Akteur wusste seine Qualitäten zu belegen: Rafal Glinski, der WM-Bronzemedaillengewinner aus Polen. Der Linksaußen musste zwar eine Viertelstunde auf der Bank verweilen, sah aber nur, dass Michael Stock auf seiner Position keine Impulse setzte. Das Rüstzeug, das auf internationalem Parkett gewonnen werden kann, brachten Glinski und sein "Kollege" Vladimir Temelkov, der bis zur 42. Minute leicht angeschlagen geschont wurde, eindrucksvoll in die gut gefüllte Hanauerlandhalle ein. Nur der Impuls nach dem 20:18 verpuffte. "Wir haben zwei bis drei Matchbälle nicht genutzt", sagte Trainer Goran Suton. So wurde es knapp. Hätten die Gäste die Halle als Sieger verlassen, Klagen der HRO-Akteure wären nicht berechtigt gewesen. "Wir müssen nicht viel lernen", sagte Jens Schöngarth, der sich und den Seinen aber eine Steigerung im spielerischen Bereich attestierte.  Die Entwicklungsmöglichkeiten für sich und das Gesamte haben ihn überzeugt, für weitere zwei Jahre die Fahne des Breisgaus in der Ortenau hoch zu halten. "Ich bleibe noch ein bisschen hier."

HR Ortenau: Ritschel (36.-60.), Sdunek; Schöngarth 12/4, Hafner, Garbacz 6/1, Bitterlich 1, Stock, Temelkov 1, Danner 2, Geppert, Catak 3, Glinski 3, Valo 2. EHV Aue: Skabeikis (58.-60.), Meinl (1.-52.), Hilbig (52.-58.); Schäfer 3, Richter, Rothenburger 1, Urban 1, Uematsu 4/1, Wittig, Gutmanis 5, Matschos 14/3. Schiedsrichter: Knapp, Puchinger (Birkenau, Fürth); Zuschauer: 1500; Zeitstrafen: 8:14 Minuten (Danner zweimal, Garbacz, Glinski -  Urban dreimal 60., Uematsu, Gutmanis, Matschos, Nowak); Siebenmeter: 6/5 : 5/4 (Catak scheitert an Meinl – Ritschel hält gegen Matschos); Spiel-Film: 3:1, 4:4 (13.), 7:4 (18.), 7:6, 10:7, 10:9 (24.), 12:10, 12:12 – 12:14, 14:14, 17:18 (42.), 20:18 (44.), 23:22, 25:22 (52.), 26:25 (55.), 29:25 (58.), 30:28.

Autor: Wolfram Köhli