Der Abstieg ist besiegelt

Quirin Laun

Von Quirin Laun

Mo, 16. April 2018

Handball 3. Liga

Handball-Drittligist SG Köndringen-Teningen kassiert zehnte Niederlage in Folge / Tumulte auf der Tribüne und auf dem Feld .

HANDBALL. Dritte Liga Männer: SG Köndringen-Teningen – TuS Dansenberg 32:35 (15:15). Tumultartige Szenen auf der Tribüne, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen und eine theatralisch aufspielende Gästemannschaft: Das Spiel der SG Köndringen-Teningen gegen Dansenberg hatte so einiges zu bieten.

Von einer "offenen Rechnung" hatte Reinhold Kopfmann, sportlicher Leiter der SG, vor dem Spiel gesprochen. Und der Mannschaft von Trainer Ole Andersen war von Beginn an anzumerken, dass sie trotz des drohenden Abstiegs motiviert bis in die Haarspitzen war. Die Gelb-Schwarzen kamen gut ins Spiel, sorgten durch eine gute Chancenverwertung und defensive Stabilität für eine ausgeglichene Partie. Auch eine Phase, in der offensiv wenig Bewegung stattfand und Unkonzentriertheiten in Abwehr und Angriff häufiger wurden, brachte die Teninger nicht aus der Ruhe. Einen wichtigen Beitrag leistete der erst 17-jährige Torhüter Vincent Lutz, der in dieser Phase mit guten Reflexen glänzen konnte. Auch den gegnerischen Topspieler Loic Laurent hatte die Defensive der Teninger in der ersten Halbzeit gut im Griff, sodass es mit einem 15:15-Unentschieden verdientermaßen in die Pause ging.

In dieser fand Andersen anscheinend zusätzlich motivierende Worte, denn seine Mannschaft startete furios in die zweite Hälfte. So furios, dass Gästetrainer Marco Sliwa zwei Minuten nach Wiederanpfiff eine Auszeit nahm. Im Anschluss entwickelte sich eine Partie, die hin und her wog. Lutz hielt weiterhin gut, und offensiv spielten sich Alexander Velz und Jonathan Fischer phasenweise in einen Rausch, sodass die Teninger zwischenzeitlich mit vier Toren vorne lagen.

Wie schon so oft in dieser Saison konnte die SG dieses Niveau allerdings nicht halten. Gästespieler Laurent ergriff nun das Zepter und war von der Teninger Defensive kaum noch zu halten. "Da hat man eben den Unterschied zwischen einem kompletten Spieler und unseren ganz jungen Spielern gesehen. Solch eine Wucht kann man teilweise nicht aufhalten", nahm Kopfmann das Team in Schutz. "Zu wenige Alternativen von der Bank" trugen ihren Teil dazu bei, dass Velz und Fischer nach und nach die Kräfte ausgingen und die Teninger offensiv kaum noch stattfanden. Denn neben dem verletzten Robin Dittrich fiel Rückraumspieler Jan-Lennart Beering während der Partie aufgrund von Knieproblemen aus.

Zu allem Überfluss traten die TuS-Akteure während der ganzen Partie theatralisch und provokant auf. So musste Lukas Zank kurz vor Schluss bei einer Teninger 31:29-Führung wegen eines vermeintlichen Schlags ins Gesicht mit Rot vom Platz. Dabei hatte er mit Fischer nur einen Doppelblock gestellt. Als noch Pascal Fleig (zu Recht) zwei Minuten erhielt, drehte Dansenberg die Partie (31:33). Auch in der Halle fielen die Gäste unangenehm auf. Es kam zu Tumulten zwischen Teninger Ordnern und alkoholisierten Gästefans, die sich weigerten, die Tribüne zu verlassen. So ging eine wiederum unglücklich zustande gekommene Niederlage einer tapfer kämpfenden SG-Mannschaft fast schon unter.

Tore SG: Velz 11/2, Fischer 10, Zank 4, Zipf 2, Bührer 1, Spinner 1, Ammel 1, Silberer 1, Skrobic 1. Spielfilm: 2:2 (6.), 5:6 (10.), 10:10 (20.), 15:15 (30.), 18:15 (32.), 21:18 (36.), 26:24 (46.), 31:29 (54.), 32:35 (60.).