Handball

HSG-Frauen gehen mit einer Gala in die Weihnachtspause

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mo, 24. Dezember 2018 um 11:59 Uhr

Handball 3. Liga

Die Handballerinnen der HSG Freiburg stürmen nach ihrem Sieg gegen Möglingen wieder an die Tabellenspitze der dritten Liga.

Dritte Liga Frauen: HSG Freiburg – TV Möglingen 32:23 (16:8). Die mögliche Fallhöhe war für die Ballwerferinnen der HSG Freiburg vor Wochenfrist noch einmal erheblich gewachsen. Schließlich hatten sie die Messlatte mit ihrer grandiosen Vorstellung beim 31:31-Remis gegen ein Erstligateam des TuS Metzingen weit nach oben verschoben. Unfreiwillig. Doch der Drittligist hielt dem Erwartungsdruck und den gestiegenen eigenen Ansprüchen stand und bezwang zum Rückrundenstart den TV Möglingen mit einem ungefährdeten 32:23-Erfolg.

Zugleich verabschiedeten sich die erneut überaus quirligen und spielfreudigen Freiburgerinnen als neuer Tabellenführer mit 20:4 Punkten in die vierwöchige Weihnachtspause, da der bisherige Spitzenreiter SV Allensbach (19:5) nach zehn Siegen in Folge beim Rangdritten ESV Regensburg (18:6) mit 19:21 verlor. Vor rund 200 begeisterten Zuschauern ließen die Einheimischen in der Gerhard-Graf-Sporthalle von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie sich gegen ein von Verletzungen arg gebeuteltes Gästeteam, das mit lediglich sieben Feldspielerinnen angereist war, unbedingt ein weiteres Erfolgserlebnis verschaffen wollten.

"Bis auf eine kleine Schwächeperiode kurz nach der Pause war das wirklich souverän", resümierte Nadine Czok, die diesmal vor allem durch ihre präzisen Anspiele glänzte. Und die unermüdliche Antreiberin Rebecca Dürr ergänzte lachend: "Wir hatten sie gut im Griff." Auch HSG-Trainer Ralf Wiggenhauser strahlte: "Die Mädels waren schon vorher in der Kabine regelrecht elektrisiert, so dass ich ein richtig gutes Gefühl hatte." Der Coach zeigte sich "rundum zufrieden" mit der Leistung und nannte den Auftritt der Seinen "richtig stark". Neben der wiederum äußerst beweglichen, schnell verschiebenden Abwehr, die auch Möglingens Torjägerin und langjährige Zweitligaspielerin Sulamith Klein (nur drei Feldtore) kaum zur Entfaltung kommen ließ, freute sich Wiggenhauser über das druckvolle Offensivspiel. "Wir wollten gegen den schmalen Kader das Tempo machen und hochhalten, um zu einfachen Toren zu kommen. Aber auch im Positionsspiel haben sie gute Lösungen gefunden." Bemerkenswert war überdies das engagierte Rückzugsverhalten der Freiburgerinnen: Auch nach Ballverlusten schalteten sie blitzschnell um und unterbanden so ein gutes halbes Dutzend Tempogegenstöße der Gäste, bei denen Simone Falk ihr Debüt gab. Die 20-jährige Bühlerin, die erst kürzlich mit der SG Kappelwindeck/Steinbach der HSG unterlag, wechselte nun für ein Jahr nach Möglingen.

Eine HSG-Akteurin ragte aus einem erneut starken Freiburger Kollektiv heraus: Leonie Hartl. Die junge Sportstudentin aus Österreich explodierte förmlich auf dem Feld, absolvierte ihr wohl bestes Spiel im HSG-Trikot und war mit stolzen elf Treffern erfolgreichste Werferin. Dabei traf die Vorarlbergerin, couragiert und durchsetzungsstark, buchstäblich aus allen Lagen: vom Kreis, von den Halbpositionen, sicher vom Siebenmeterstrich und sogar von allen Rückraumpositionen. "Dass ich das kann, wusste ich bisher auch noch nicht", kommentierte Hartl, mit 1,65 Meter Körpergröße nicht eben mit Gardemaß ausgestattet, ihren Auftritt. "Ich habe gleich gut ins Spiel gefunden und dann ist es einfach weiter gelaufen, zumal ich unbedingt noch einen drauflegen wollte." Wiggenhauser lobte: "Sie besitzt solch ein großes Potenzial."

Angesichts einer deutlichen Führung erhielten alle Freiburgerinnen breite Spielanteile, so dass in den letzten zehn Minuten ein Team auf dem Platz war, das so noch nie zusammengespielt hatte. Ihre Premiere für die HSG gab dabei Alina Hiller. Die 21-jährige, vielseitig einsetzbare Zahnmedizinstudentin spielte einst in Nellingen und Waiblingen, pausierte jedoch in den letzten eineinhalb Jahren.

Tore HSG: Hartl 11/2,, Spinner 4, Lipps 4, Margull 3, Czok 3/1, Schilling 2, Baum 2, Dürr 1, Burgert 1, Majcen 1. Spielfilm: 1:0, 2:2 (6.), 5:4 (11.), 7:4 (13.), 8:6 (16.), 11:6 (20.), 14:7 (27.), 16:8. – 20:10 (36.), 20:14 (38.), 23:14 (43.), 29:17 (52.), 32:23.