BUCHTIPP

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Fr, 22. Dezember 2017

Handball Allgemein

Der Mythos ’78 reicht bis in die Ortenau

Arnulf Meffle feierte Anfang des Monats seinen 60. Geburtstag. An einer langen Tafel trafen sich dort Weggefährten des Handballers, die ein lebendiges Zeugnis der Handballgeschichte in der Ortenau abgeben können. Es waren alles Männer, die zum viel zu spät erschienen Buch Mythos ’78, über jenen überraschenden Gewinn der Weltmeisterschaft der deutschen Handballer, Episoden und Anekdoten mit dazu beitragen gekonnt hätten. Die Ortenau ist in dem kurzweilig geschriebenen Werk mit zwei Hauptakteuren vertreten. Arnulf Meffle und Arno Ehret, die weltmeisterliche Flügelzange des TuS Hofweier. Der Historiker und Sportjournalist Erik Eggers, 1978 zitternd vor einem kleinen Schwarz-Weiß-Fernseher sitzend, hat den eine Generation von Handballern prägenden Erfolg nun von diversen Positionen aus beleuchtet und versuchte der sporthistorischen Sensation nahezukommen. Dies gelingt ihm facettenreich in zahlreichen klar gegliederten Kapiteln unterteilt. Von der Entstehung der Mannschaft nach der WM 1974 bis zu deren Zerfall nach dem Unfall von Joachim Deckarm und dem Olympiaboykott 1980 wird deren Weg aufgezeigt. Eine lesenswerte Lektüre, nicht nur für Handballer.

Buchtipp: Erik Eggers: Mythos’78. Verlag Eriks Buchregal, Kellinghusen 2017. 176 Seiten, 24,90 Euro.