Der Abstieg naht

Quirin Laun

Von Quirin Laun

Mo, 19. März 2018

Handball 3. Liga

Handballer der SG Köndringen-Teningen zementieren mit Heimniederlage letzten Tabellenplatz.

HANDBALL. Dritte Liga Männer: SG Köndringen-Teningen – HBW Balingen-Weilstetten II 26:32 (18:14). "Mir fehlen ein wenig die Worte. Es ist fast in jedem Spiel dasselbe, wir bekommen die negativen Erlebnisse einfach nicht aus dem Kopf", konstatierte der ratlose SG-Rückraumspieler Robin Dittrich nach der neuerlichen Heimniederlage. Das Misserfolgserlebnis nervte ihn. Zudem spielte er mit seiner Sprachlosigkeit auf die erneut desaströse zweite Halbzeit gegen den neuen Tabellenführer aus Balingen-Weilstetten an.

Wie schon in den vergangenen Wochen schaffte es die Mannschaft von Trainer Ole Andersen nicht, über die gesamte Spieldauer konzentriert und effektiv zu agieren. Fehlende Kraft, Einstellung und schlichtweg unzureichende Qualität – es dürfte wohl eine Kombination aus mehreren Aspekten sein, die den immer wahrscheinlicher werdenden Abstieg begründen.

Lediglich 190 Zuschauer in der Teninger Ludwig-Jahn-Halle sahen von Beginn an eine Drittliga-Partie, die auf mittlerem Spielniveau dahin schritt. Die vor der Partie auf Platz zwei stehenden Gäste kamen vor allem über den bärenstarken Kreisläufer Markus Dangers zu Toren in der Anfangsviertelstunde. "Das ist der beste Kreisläufer der Liga, den kannst du nicht immer verteidigen", erklärte Dittrich das Zustandekommen der Gegentore durch Dangers.

Dafür lobte er die Spielweise des Teams in der ersten Hälfte: "Wir haben uns dieses Mal vor der Partie gesagt, etwas lockerer aufzuspielen und die Tore nicht immer zu erzwingen. Das hat leider nur in der ersten Hälfte gut funktioniert." Tatsächlich bekam die SG-Abwehr die wuchtigen Gegenspieler besser in den Griff. Und hätte Torwart Adrian Birkenheuer eine besseren Tag erwischt, wäre womöglich eine noch höhere Führung zur Pause auf der Anzeigetafel erschienen. Denn auch im Angriff zeigten sich die Gelb-Schwarzen in guter Verfassung. Besonders Alexander Velz trumpfte sowohl mit klugen Zuspielen als auch mit Treffsicherheit in der ersten Halbzeit groß auf.

Doch die Zuschauer wussten wohl bereits, dass die Messe zum Seitenwechsel noch lange nicht gelesen war. Verhalten fiel der Jubel über die Vier-Tore-Führung aus. Das Gespür des Publikums sollte nicht trügen. Konnte der Beginn des zweiten Spielabschnitts noch ausgeglichen gestaltet werden, zerfiel die Teninger Mannschaft allmählich in ihre Einzelteile. Defensiv fehlte jene Kompaktheit, die zuvor noch so ausgezeichnet Gegentore verhindert hatte. Und vorne mangelte es an Spielwitz, präzisen Abschlüssen und Zug zum Tor. Der Ausgleich in der 47. Minute war die Folge, jedoch nur eine Zwischenstation zum am Ende deutlichen Sieg des neuen Tabellenführers.

Auf die Frage, warum seine Mannschaft schon wieder in der zweiten Halbzeit ein Spiel aus der Hand gab, zeigte sich Trainer Ole Andersen ein wenig ratlos: "Wir haben in einigen Situationen zu fehlerhaft agiert und Bälle leichtfertig hergegeben. Wenn du die zweite Halbzeit mit zehn Toren verlierst, kannst du so ein Spiel nicht gewinnen", so die Reaktion des Dänen. Und SG-Rückraumspieler Jan-Lennart Beering stellte ungeschminkt fest: "Der Gegner hat das Spiel nicht gewonnen, sondern wir haben die Partie für sie entschieden."

Tore SG: Fischer 7, Velz 6, Dittrich 4/1, Skrobic 3, Zipf 3, Beering 2, Bührer 1.

Spielfilm: 2:2 (5.), 5:5 (10.), 9:8 (15.), 12:10 (20.), 15:12 (25.), 18:14 – 19:16 (34.), 21:18 (38.), 22:21 (44.), 24:24 (49.), 24:27 (54.), 26:32 (60.).