Der Glücksgriff Sebastian Groh

Peter Schaub

Von Peter Schaub

Mo, 09. Januar 2017

Oberliga BaWü

Der Neue beim HGW Hofweier verblüfft mit körperlicher Präsenz und Spielintelligenz beim zweiten Heimsieg der Grün-Weißen.

HANDBALL Oberliga BW: HGW Hofweier – SG Lauterstein 26:22 (10:11) (pau). Hypernervös, mental blockiert – so in etwa könnte man den Auftritt der Hofweierer am Samstag beschreiben. Lag es ab der dreiwöchigen Pause oder der Druck des Gewinnenmüssens? Es gelang lange kaum etwas. Da war es überlebenswichtig, dass sich Torwart Patrick Herrmann im Verlauf der Partie nicht nur steigerte, sondern mit einer Glanzleistung aufwartete und den Grundstein für den Erfolg legte, mit dem der HGW den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze herstellte.

Bis zum 3:6 (10.) und auch beim 6:9 (22.) sah es gar nicht gut aus für die Hofweierer. Die starke Abwehrarbeit der SG Lauterstein – ob mit defensiver 6:0- oder offensiver 4:2-Variante – brachte die Angriffe der Hausherren immer wieder ins Stocken. Die Folge waren ungewohnt viele technische Fehler. In der Schlussphase der ersten Hälfte schien es dann aber so, als könne Hofweier die Partie in den Griff bekommen. Beim Pausenstand von 10:11 war wieder Hoffnung angesagt. Nach einem richtig schwachen Start in die zweite Hälfte waren beim 12:16 (40.) die Hoffnungen erneut auf ein Minimum gesunken.

Doch plötzlich ging ein Ruck durch das Team. Die Defensive mit Boris Schnak und Lucas Schade als Bollwerk in der Mitte blockte mehrere Versuche des Gästerückraums. Nach einem 6:0-Lauf Lauf bejubelten die HGW-Fans unter den knapp 500 Besuchern die erstmalige Führung. Stefan See gelang es in dieser Phase, sich gegen die jetzt ruppiger arbeitenden Abwehrrecken der Gäste durchzusetzen. Einen absoluten Glücksgriff bedeutete das Mitwirken von Sebastian Groh, der mit seiner körperlichen Präsenz und Spielintelligenz verblüffte.

Beim Gast zeigten sich jetzt Verschleißerscheinungen. Der Lautersteiner Jochen Nägele, der gefürchtete Rechtsaußen, wurde durch die taktische Maßnahme, ihm keinen Zentimeter Platz zu lassen, total aus dem Spiel genommen. Ein einziger Treffer gelang ihm aus dem Spiel heraus. Die Schlussphase blieb spannend, auch wenn der HGW stets die Führung behauptete. Aufatmen war dennoch erst in der Schlussminute beim 25:22 angesagt. Beide Teams schwächten sich mehrfach durch unnötige Zeitstrafen, wobei die Gäste bei zwei Aktionen Glück hatten, dass es bei einer Zwei-Minuten- Strafe blieb. Die stärksten Akteure beim Sieger waren Patrick Herrmann, Stefan See – mit acht Treffern bester Torschütze – und Sebastian Groh. Marco Bures sicherte in seinem zweiten Spiel für den HGW mit den Treffern zum 24:22 und zum 25:22 den Erfolg ab. Letztendlich war der ungemein wichtige Heimsieg verdient.

HGW Hofweier: Herrmann, Nikolic, Stocker 1, R. Einloth 3, L. Groh, S. Groh 4, Schnak, Monschein 1, Schade 1, Schulz 2, See 8/4, H. Einloth, Bures 6/1. Spiel-Film: 3:6 (10.), 6:9 (22.), 10:10, 10:11 – 11:13, 12:16, 18:16, 18:18, 19:18, 22:20, 23:22, 26:22.