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05. Juni 2009
Der Hoffnungsträger
Der Offenburger Manfred Prause soll Schirichef der IHF werden
HANDBALL (dpa). Die Fronten formieren sich, die Spitzen- Kandidaten werden in Stellung gebracht: Mit dem Deutschen Manfred Prause als Front-Mann ergreifen die Unparteiischen vor dem Wahl-Kongress des Handball-Weltverbandes IHF in Kairo Partei gegen Manipulation und wollen das angekratzte Image ihrer Zunft aufpolieren. Für seine Kandidatur als Ober-Referee hat der 69-jährige Offenburger für den heutigen Tag weitere Unterstützung erhalten: Nach dem amtierenden Schiedsrichter-Chef Christer Ahl (USA) zog auch dessen Kommissions-Kollege Roland Bürgi (Schweiz) seine Kandidatur zurück und forderte zur Unterstützung von Prause auf.
Damit hat Prause nur noch fünf Gegenkandidaten. Einer von ihnen ist der Iraner Dawud Tawakoli, zugleich Schiedsrichter-Chef des asiatischen Kontinentalverbandes. Ihm wirft Ahl vor, Drahtzieher von Manipulationen bei den asiatischen Olympia-Qualifikationen 2007 zu sein. "Daher hat Tawakoli keinerlei Respekt bei den IHF- Schiedsrichtern", sagte Ahl, der sich jüngst auch als scharfer Kritiker von IHF-Präsident Hassan Moustafa (Ägypten) outete.
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Im Jahr 2007 waren sowohl beim Frauen-Qualifikationsturnier in Kasachstan als auch bei dem Männer-Turnier in Kuwait die entscheidenden Spiele durch Schiedsrichter-Fehlentscheidungen manipuliert worden. Auf internationalen Druck ließ die IHF beide Turniere wiederholen, der asiatische Verband erkannte diese Wiederholungen nicht an. Abschließend entschied der Internationale Sportgerichtshof CAS, dass die Wiederholung des Männer-Turniers aufgrund der vorgelegten Beweise Rechtens war. Die Wiederholung des Frauen-Turniers wurde mangels Beweisen annulliert.
Prause ist seit 1995 Mitglied der IHF-Schiedsrichter-Kommission und war lange Jahre Schiedsrichter-Chef in Europas Dachverband EHF. Der anerkannte Fachmann wird nicht nur von Ahl und Bürgi unterstützt, sondern auch vom Spanier Ramon Gallego. "Das ist unsere gemeinsame Strategie, um zu verhindern, dass Tawakoli ans Ruder kommt. Sollte der Iraner gewählt werden, stehen Gallego, Prause und ich definitiv nicht mehr für die Kommission zur Verfügung", sagte der Schweizer. Bürgi hatte zuletzt im Auftrag der EHF das unter Manipulationsverdacht stehende Champions-League-Finale von 2007 zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt analysiert.
Bürgi warnte wie Ahl vor Tawakoli: "Er wäre der absolut falsche Mann." Er befürchtet aber auch: "Durch eine Allianz afrikanischer, asiatischer und südamerikanischer Verbände könnte der Iraner genügend Stimmen bekommen. Daher müssen die Europäer mit einer Stimme wählen."
Prause wird beim Kongress von Kairo selbst nicht vor Ort sein. Er leitet gemeinsam mit Bürgi zeitgleich in Kamerun einen Lehrgang für afrikanische Nachwuchs-Schiedsrichter. "Da die Kandidaten sich ohnehin nicht präsentieren dürfen, ist das kein Problem. Ich denke, die Delegierten kennen mich und wissen meine bisherige Arbeit zu schätzen", sagte Prause. Seine weitere Konkurrenten sind Bjarne Munk Jensen (Dänemark), Darko Respensek (Slowenien), Björn Högsnes (Norwegen) und Dragan Nachevski (Mazedonien).
Autor: dpa,dani,syl
