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28. Juli 2012

Deutsch ist im Handball nicht gleich Deutsch

Lediglich ausländische Profis repräsentieren die Bundesliga.

LONDON (dpa). Deutschland fehlt, trotzdem sind beim olympischen Handballturnier zahlreiche Profis dabei, die in Deutschland leben oder lebten. Wenn Island am Sonntag mit dem Spiel gegen Argentinien in der Copper Box von London den Männer-Wettbewerb eröffnet, werden nicht weniger als 14 Spieler mit Bundesliga-Erfahrung den Hymnen lauschen. Insgesamt sind die 1. und 2. Bundesliga in den zwölf Mannschaften mit 36 aktiven und 18 ehemaligen Akteuren vertreten. Dies entspricht knapp einem Drittel der 168 Olympia-Teilnehmer.

"Das ist der Beweis, dass wir nicht nur vom Claim die stärkste Liga der Welt sind", sagte Holger Kaiser, neuer Mit-Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL. Zugleich verwies er aber darauf, dass der Anteil deutscher Spieler mangels Qualifikation gleich Null ist. "Da müssen wir was dran drehen. Da hat ja Heiner Brand mit seiner Kritik schon recht gehabt", meinte Kaiser mit Verweis auf den früheren Bundestrainer und jetzigen Sportmanager des Deutschen Handballbundes.

Islands Trainer Gudmundur Gudmundsson – zugleich Coach des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen – kann alle seine Anweisungen ans Team auf Deutsch geben. Aus dem 14-köpfigen Kader sind gleich neun Spieler bei deutschen Klubs unter Vertrag, vier weitere, wie Ausnahme-Handballer Olafur Stefansson, haben früher einmal für Bundesliga-Vereine gespielt. Aufseiten des Panamerika-Meisters hat der deutschstämmige Torhüter Matias Schulz einst beim früheren Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV gespielt.

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Das zweitgrößte Bundesliga-Kontingent schickt Dänemark aufs olympische Parkett. Der Europameister hat sieben Spieler im Aufgebot, die ihr Geld in Deutschland verdienen. Hinzu kommt Lasse Boesen, der beim TBV Lemgo und der SG Flensburg-Handewitt gespielt hat. Der deutsche Vize-Meister von der dänischen Grenze stellt in Thomas Mogensen, Anders Eggert, Michael Knudsen und Lasse Svan Hansen den Löwenanteil für den WM-Zweiten. Die Dänen sind neben Frankreich und Kroatien Kandidat auf den Olympiasieg.

Autor: dpa


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