"Die Sache ist noch nicht entschieden"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 23. März 2018

Landesliga Süd

BZ-INTERVIEW: Kapitän Nils Haunschild zum unvollständigen Spiel in Ehingen und zur Saison des Handball-Landesligisten HSG Dreiland.

HANDBALL Landesliga Süd: HSG Dreiland – TuS Ringsheim, Sonntag, 16.30 Uhr). Die Gefahr eines Abstiegs ist nicht gebannt für die HSG Dreiland. Mit Ringsheim wartet nun das nächste kleine Endspiel. Ein Sieg beim TV Ehingen hätte die Lage schon deutlich aufgehellt. Doch das Schicksal, die Schiedsrichter und die Technik hatten etwas dagegen. Kurz vor Schluss ging das Licht in der Halle aus und es blieb beim 27:27. Uwe Rogowski sprach mit dem verletzten Kapitän Nils Haunschild.

BZ: Herr Haunschild, sie saßen auf der Bank, bringen Sie doch bitte etwas Licht ins Dunkel und schildern Sie noch einmal, was in Ehingen abgelaufen ist.
Haunschild: Wir waren im Angriff, es waren noch etwa 30 Sekunden auf der Uhr. Dann wurde Lucas Hopp etwa acht Meter vor dem Tor gefoult, es blieben zwei Sekunden. Die Uhr lief aber weiter, und die Schiedsrichter haben das erst bei 60:11 bemerkt. Es gab Diskussionen, sie haben es sich dann bestätigen lassen von den Zeitnehmern und der Freiwurf sollte noch ausgeführt werden.
BZ: Das heißt, die Referees haben sozusagen stattgegeben, dass noch zwei Sekunden zu spielen waren. Doch dann wurde es dunkel und auch nicht mehr hell.
Haunschild: So ist es. Das Licht blieb aus, und die Unparteiischen haben das Spiel für beendet erklärt.
BZ: Zwei Sekunden sind aber zwei Sekunden. In der HBL würde niemand auf die Idee kommen zu sagen: "Was soll’s, machen wir halt Schluss."
Haunschild: Wohl nicht. Technisch ist es bei unseren Hallen natürlich etwas anderes. Aber es stimmt, es war nicht korrekt, und ich denke, dass wir noch eine echte Chance auf das 28:27 gehabt hätten (bei Sieg wäre der Fünftletzte um vier statt zwei Punkte distanziert, die Red). Bei zwei Sekunden auf der Uhr muss man ja nicht mal direkt abschließen, und mit Tobias Ludwig haben wir auch jemanden, der in so einer Situation wirklich noch hätte treffen können.
BZ: Warum also kein Einspruch?
Haunschild: Was heißt Einspruch? Offiziell hätten wir das in der Halle machen müssen, es war aber ein ziemliches Durcheinander, viele Leute waren auf dem Feld, Zuschauer, die die Schiedsrichter bedrängt haben. Die Sache ist auch noch nicht entschieden. Wir haben beim Staffelleiter unsere Sicht der Dinge hinterlegt und nun muss man abwarten, was entschieden wird.
BZ: Sie konnten nicht mitspielen, Sie sind mit einem Kreuzbandriss nicht spielfähig. Wie sieht es aus?
Haunschild: Ich habe das Okay von den Ärzten für Lauftraining und Krafttraining, auch für ein bisschen werfen, nur alles ohne Kontakt. In ein bis zwei Monaten werde ich wohl einsteigen, in dieser Saison aber nicht mehr spielen können. Vom Heilungsverlauf her war alles super.
BZ: Nach gutem Start ist die HSG abgerutscht. Ist etwas Ernüchterung da?
Haunschild: Nein, der gute Start war auch unserem Programm gedankt. Ich bin sogar sehr zufrieden mit der bisherigen Saison, ich dachte nicht, dass es so gut läuft, nachdem wir erst die Fusion hinter uns haben. Ich denke, nächste Saison können wir etwas mehr erwarten.
BZ: Nun kommt Tabellennachbar Ringsheim – ein Vier-Punkte-Spiel.
Haunschild: Wir haben uns im Hinspiel recht gut geschlagen (25:26). Sie haben nicht die größten Spieler, uns muss aber bewusst sein, dass sie schnell sind und viel über Tempo machen. Aber im Grunde liegen sie uns, und es ist ein Heimspiel, das wir gewinnen sollten.