Die Zellentür ist lange zu

sid

Von sid

Di, 19. Juni 2018

Handball Allgemein

Handball-Ass Urdangarin muss für mehr als fünf Jahre in Haft.

MADRID (sid). Als sich um 8.30 Uhr die schwere Eingangspforte des Brieva-Gefängnisses von Avila hinter Inaki Urdangarin schloss, dürfte man aufgeatmet haben am spanischen Königshof. Denn der einstige Herzog von Palma, das frühere Handball-Idol, verschwand am Montag für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gittern, verurteilt wegen diverser Steuer- und Betrugsdelikte.

Und damit vorerst auch aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, die über Jahre hinweg die Ermittlungen gegen den Schwager von König Felipe VI. überwiegend fassungslos verfolgt hatte. Durch die Heirat mit Felipes Schwester Cristina de Borbon in den Adel aufgerückt, verstrickte sich der 50-Jährige ungeachtet seines monetären Reichtums über Jahre hinweg in dubiose finanzielle Transaktionen – in Millionenhöhe.

Nun muss Urdangarin, zwischen 1991 und 2000 zwölfmaliger Europapokalsieger mit dem FC Barcelona, seine Haftstrafe in einem zuletzt nicht genutzten Seitentrakt eines Frauengefängnisses absitzen. Vorhaltungen, der 170-malige Nationalspieler genieße damit die Privilegien eines "Luxusknastes", wies ein Sprecher der Justizbehörde in Madrid zurück: "Diese Entscheidung wurde aus Gründen der Sicherheit getroffen." Vielleicht tatsächlich nicht ganz unberechtigt, denn viele seiner Landsleute werfen Urdangarin dezidiert vor, durch seine Tricksereien und Mauscheleien auch dem Ansehen des Königshauses massiv geschadet zu haben. König Juan Carlos dankte nicht zuletzt auch wegen des Skandals um seinen Schwiegersohn 2014 vorzeitig ab.