Die zwei Gesichter der HSG

Sandra Hennig

Von Sandra Hennig

Mo, 17. Oktober 2016

Handball 3. Liga

Handballerinnen drehen nach schwacher erster Halbzeit fast noch die Partie gegen Möglingen.

HANDBALL. Dritte Liga Frauen: HSG Freiburg – TV Möglingen 25:28 (11:18). Dass HSG-Coach Ralf Wiggenhauser nach dieser Partie lächeln könnte, war in der Halbzeitpause noch unvorstellbar. Gegen die Gäste aus dem schwäbischen Möglingen zeigten die Freiburgerinnen am Samstagabend am Friedrichring zwei Gesichter, die unterschiedlicher kaum hätten sein können.

Sein Team sei nach der ersten Halbzeit von der eigenen Leistung geradezu schockiert gewesen, gestand Wiggenhauser nach der Partie. Mit nur einem Spielzug machten die Möglingerinnen den Gastgeberinnen vor rund 200 Zuschauern das Leben schwer: Wenn Franziska Ramirez, der Neuzugang der Gäste mit Erstligaerfahrung, nicht selbst aus dem Rückraum traf, zog sie den Mittelblock auf sich und öffnete damit einen Weg an den Kreis für ihrer Mitspielerin Cinja Wehe, die dort ein ums andere Mal völlig frei zum Abschluss kam. Fünf der ersten sieben Möglinger Tore folgten diesem Schema, das die Freiburgerinnen einfach nicht in den Griff bekamen. Fehlendes Zweikampfverhalten und einfache Ballverluste ermöglichten es den Gästen, mit sieben Toren Vorsprung in die Halbzeitpause zu gehen.

"In der Pause habe ich den Mädels gesagt, dass wir zumindest die zweite Halbzeit gewinnen müssen", berichtet Wiggenhauser, "das waren wir uns selbst schuldig." Gesagt, getan: Die Freiburgerinnen ließen nach dem Seitenwechsel ein völlig anderes Gesicht aufblitzen. In der defensiver ausgerichteten Abwehrvariante schienen sie sich deutlich wohler zu fühlen und starteten ihre Aufholjagd: Immer wieder konnten die Freiburgerinnen Bälle herausfangen und durch ein, im Vergleich zur ersten Halbzeit, wesentlich schnelleres und breit ausgelegtes Umschaltspiel Lücken in der Möglinger Abwehr finden.

In der 47. Minute schlug Nadine Czok aus der noch unsortierten Abwehrformation der Gäste Profit und sorgte blitzschnell für den Anschlusstreffer zum 21:22. Während es so schien, als könnte die HSG das Spiel tatsächlich drehen, hinterließ die Aufholjagd ihre Spuren: Kleine Fehler der HSG und zwei glückliche Treffer der Gäste ließen die Vorsprung kurz vor Spielschluss wieder anwachsen.

"Es war ein hartes Stück Arbeit", meinte Patrice Payer, Trainer der Möglingerinnen, nach dem Match. Vor allem die ersten Minuten nach Wiederanpfiff habe seinem Team Probleme bereitet. "Es war klar, dass Freiburg reagieren musste", erklärte er, "sie dann so dicht herankommen zu lassen war gefährlich." In diesem Moment hätte das Spiel auch kippen können, davon waren beide Trainer überzeugt. "Dann bekommen wir einen Abpraller ins Tor, treffen selbst auf der anderen Seite nicht", so Wiggenhauser. Trotzdem sei die Niederlage kein Beinbruch: "Die zweite Halbzeit war sehr gut", urteilte der HSG-Coach. "Mit nur zehn Toren hat die Abwehr hier großartig gearbeitet, das hat mich besänftigt."

Tore HSG: Czok 7/3, Makelko 5, Burgert 4, Peter 4, Matschenz 2, Disch 1, Gempp 1, Person 1. Spielfilm: 5:5 (10.), 5:10 (15.), 8:11 (19.), 8:15 (24.), 11:18 – 17:19 (41.), 17:22 (44.), 21:22 (47.), 22:27 (52.), 25:28.