"Dritte Liga ist ein Gewinn"

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Fr, 11. Mai 2018

Oberliga BaWü

BZ-INTERVIEW mit Rudi Fritsch, dem Sportlichen Leiter beim Aufsteiger TV Willstätt.

HANDBALL. Mit dem knappen 27:26-Heimsieg gegen die SG Herrenberg sicherte sich der TV Willstätt im Endspurt den zweiten Oberliga-Tabellenplatz und den Aufstieg in die Dritte Liga. Rudi Fritsch (59), der ehemalige Bundesliga-Spieler und Trainer, ist seit Beginn dieser Saison Sportlicher Leiter im Hanauerland. Mit ihm hat sich Uwe Schwerer über die Auswirkungen des Erfolgs unterhalten.

BZ: Der TVW hat einige Anläufe unternommen, in die Dritte Liga aufzusteigen. Welche Bedeutung hat dieser sportliche Erfolg?
Fritsch: Er ist sehr wichtig für den Verein, denn jetzt gibt es wieder Bundesliga in Willstätt. Der Aufstieg hat aber auch große Bedeutung für die Region, den Ortenaukreis. Wir haben hier den höherklassigen Handball einige Jahre vermisst. Jetzt haben wir ihn wieder und wir möchten ihn auch behalten.
BZ: Wie wirkt sich dieser Drittligist konkret in Willstätt für die Region aus?

Fritsch: Jetzt haben wir ganz andere Mannschaften, die künftig in der Hanauerlandhalle bei den Heimspielen zu sehen sind. Das Niveau in dieser Liga ist sehr hoch. Da sind für die jungen Spieler einige mögliche Vorbilder dabei. Die Zuschauer werden dies auch annehmen. Welches Potenzial in dieser Hinsicht vorhanden ist, hat man auch im Spiel gegen Herrenberg gesehen. Die Dritte Liga ist auf vielen Ebenen ein Gewinn.
BZ: Wie schwer wird es für den TVW, die Liga zu halten?
Fritsch: Wir haben am Samstagabend den Aufstieg klargemacht, seit Sonntagmorgen bin ich dabei, zusammen mit Trainer Markus Simowski und dem Vorsitzenden Rainer Lusch einiges auf die Beine zu stellen. Der Aufwand ist groß, wenn man die Voraussetzungen für diese Liga schaffen will, aber den betreiben wir sehr gerne. Wir wollen uns erst einmal in der Liga etablieren.
BZ: Die Region war früher Stammgast in der 1. Bundesliga, kann man sich in Willstätt diese oberste Spielklasse langfristig auch wieder vorstellen?
Fritsch: In der Bundesliga spielen Profis, in der Zweiten Liga ist es halb und halb, aber auch die Dritte Liga besitzt eine hohe Klasse. Da muss man sich erst mal durchbeißen. Und danach wird man sehen. Aber die Entwicklung muss sich auf mehreren Säulen stützen. Neben dem Sport müssen auch die wirtschaftlichen Bedingungen mitwachsen, auch die Zuschauer gehören dazu und die Talente aus der Region.