Fatale Schlussminuten

Quirin Laun

Von Quirin Laun

Mo, 05. März 2018

Handball 3. Liga

Drittliga-Handballer der SG Köndringen-Teningen verlieren gegen Pfullingen 26:27 und bleiben Tabellenschlusslicht.

HANDBALL. Dritte Liga Männer: SG Köndringen-Teningen – VfL Pfullingen 26:27 (17:19). Ratlose, verzweifelte Gesichter auf der Tribüne und auf dem Spielfeld. Ein Trainer, der fluchtartig den Innenraum verließ. Ein Ergebnis auf der Anzeigetafel, das wenig Hoffnung macht auf den Klassenerhalt der Teninger Handballer. "So ist das nun mal, wenn du unten drin stehst. Ein solches Spiel mit diesem Verlauf verlierst du im Normalfall nicht mehr", konstatierte SG-Rückraumspieler Robin Dittrich.

Symbolisch für die unglückliche Niederlage stand die letzte Aktion der Gastgeber beim Stand von 26:27 zehn Sekunden vor Spielende: Zunächst prallte ein Wurf an den rechten Pfosten. Pascal Fleig agierte gedankenschnell und erkämpfte sich den zurück ins Feld abprallenden Ball, um diesen an Gästetorhüter Magnus Becker vorbeizuwerfen. Doch aus wenigen Metern fand Fleigs Wurf nicht den Weg ins Glück, sondern wurde vom stark reagierenden Becker mit einem Reflex abgewehrt. Die Entscheidung war gefallen, die wohl bitterste Niederlage in der laufenden Saison stand fest. "Vielleicht fehlt uns in solchen Situationen auch die Erfahrung, eine Menge Pech war jedenfalls dabei", so Dittrich.

Möglicherweise stand die Partie von Beginn an unter keinem guten Stern aus Sicht der Teninger. Eine ständige Durchsage über einen vermeintlichen Räumungsalarm, den erst die Feuerwehr ausschalten konnte, verzögerte den Anpfiff um zehn Minuten. Vor der Begegnung hatte SG-Trainer Ole Andersen von einem Spiel "mit hohem Tempo" gesprochen. Seine Prognose sollte sich bewahrheiten. Keine der beiden Mannschaften zögerte lange um den Abschluss zu suchen, und so waren besonders bei den Gastgebern Würfe aus dem Rückraum ein probates Mittel. Nemanja Skrobic war es, der die ersten drei Tore für seine Farben beisteuerte. Das zerfahrene Spiel war in der Folge geprägt von einfachen Toren, zu oft fehlte es beiden Reihen an Kompaktheit in der Abwehr. Dittrich befand: "Wir haben teilweise zu tief gestanden. Besonders auf der halbrechten Position in der Abwehr haben wir zu wenig Druck auf den Gegenspieler bekommen". Besonders Pfullingens Micha Thiemann kam in der ersten Halbzeit deshalb zu vielen freien Würfen; acht Tore standen am Ende für ihn zu Buche. Adrian Birkenheuer im Tor der Gelb-Schwarzen erwischte keinen guten Tag, sodass sich Andersen gezwungen sah, ab der 28. Spielminute Tomas Suba einzuwechseln. Dies sollte sich lohnen.

Denn Suba fügte sich ab Beginn der zweiten Hälfte mit grandiosen Paraden ins Spiel seiner Mannschaft ein und schien teilweise unüberwindbar. So hielt er vier Siebenmeter in Folge und auch aus dem Spiel heraus geworfene Würfe wehrte er zumeist ab. Im Angriff fanden die Teninger dagegen weiterhin Lücken, sodass auch die 300 Zuschauer in der Ludwig-Jahn-Halle einem positiven Ausgang der Partie entgegenfieberten. Doch die Defensive offenbarte in den Schlussminuten zu große Lücken, sodass Trainer Andersen eine Minute vor Schluss beim Stande von 26:26 eine Auszeit nahm, um die Gelb-Schwarzen auf den womöglich letzten Angriff vorzubereiten. Doch ein Ballverlust und der Pfullinger Siegtreffer waren die Folge, bevor Pascal Fleig mit jenem letzten Wurf scheiterte.

Tore SG: Zipf 7, Dittrich 6/4, Skrobic 4, Beering 4, Velz 2, Fleig 2, Simak 1. Spielfilm: 3:3 (5.), 8:8 (14.), 10:12 (18.), 14:15 (23.), 17:19 (30.), 20:19 (35.), 22:21 (40.), 23:21 (44.), 25:23 (55.), 26:27 (60.).