Der Weg der HSG Freiburg

KOMMENTAR: Mutig nach vorne schauen

Sandra Hennig

Von Sandra Hennig

Mo, 17. Oktober 2016

Handball 3. Liga

Hört man sich in der Dritten Liga um, gehören die Handballerinnen der HSG Freiburg im Titelrennen zum erweiterten Favoritenkreis. Doch Trainer Ralf Wiggenhauser zählt sein Team nur ungern dazu. Er will damit den Druck von der extrem jungen, im Schnitt gerade einmal 19,6 Jahre alten Mannschaft nehmen. Dabei können die Spielerinnen den Kampf um die vorderen Plätze getrost annehmen, denn trotz ihres jungen Alters und der vermeintlich fehlenden Erfahrung zeigen die Freiburgerinnen immer wieder mehr als nur gute Ansätze: Ob Nadine Czok, die mit 18 Jahren über einen bewundernswerten Spielüberblick verfügt oder die erst 16-jährige Hannah Person, die jede taktische Vorgabe ihres Trainers sofort umsetzt und mit der Selbstsicherheit einer abgezockten Bundesligaspielerin agiert – das Potenzial des Teams ist unverkennbar. Was fehlt, ist die Konstanz im Spiel. Ab und an schleichen sich noch kleine Unsicherheiten ein. Und die können am Ende spielentscheidend sein. Das wurde zuletzt gegen zwei der stärksten Teams der Liga offensichtlich, trotzdem verlor man nur knapp. Ob man einem so jungen Team jedoch fehlende Kaltschnäuzigkeit ankreiden kann, ist zweifelhaft. Zumal die Mannschaft solche Fehler mit viel Spielverständnis, großem Teamgeist und absolutem Siegeswillen wettmacht. Fest steht, dass sich der Freiburger Weg gemäß der Spielphilosophie nach vorne orientieren sollte – und Understatement fehl am Platz ist.